zur Navigation springen

Film aus Schwerin : „Die Störenfriede“ sind wieder zurück

vom

1952 in Schwerin mit Schweriner Kindern gedrehter Defa-Film ab heute als DVD. In der kommenden Woche in allen Kundencentern unserer Zeitung erhältlich.

svz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 11:45 Uhr

Das Abenteuer der „Störenfriede“ geht weiter: Was 1952 begann, als der erste Defa-Kindergegenwartsfilm in Farbe in den Straßen Schwerins, am Pfaffenteich oder  in der GoetheSchule mit 37  Schweriner Schülern gedreht wurde, fand im Februar 2015 seine Fortsetzung. Damals titelte unsere Zeitung „Störenfriede gesucht“.

Wir fahndeten nach  den ehemaligen Kinderdarstellern. In den nächsten Tagen klingelten immer wieder die Telefone,  viele der „Störenfriede“ meldeten sich oder schrieben uns und waren bereit, uns ihre Geschichten zu erzählen. In diesen Gesprächen wurde schnell das einmütige Urteil aller klar: „Es war das große Abenteuer unserer Kindheit.“

Gedreht in den Straßen von Schwerin: „Die Störenfriede“ mit Schweriner Kindern

Gedreht in den Straßen von Schwerin: „Die Störenfriede“ mit Schweriner Kindern

Foto: Defa Stiftung

Der rekonstruierte Film wurde dann auf dem 25. Filmkunstfest MV im ausverkauften Großen Saal des Schweriner Capitols gezeigt  – in Gegenwart von Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase und 20 ehemaligen „Störenfrieden“. Und immer wieder wurden wir gefragt: „Gibt es den Film auch zu kaufen?“ Gab es bislang leider nicht.

Heute können wir nun endlich die gute Nachricht verkünden: Gemeinsam mit der Defa-Stiftung hat Icestorm Entertainment die DVD „Die Störenfriede“ auf den Markt gebracht. In der kommenden Woche kann sie in allen Kundencentern unserer Zeitung erworben werden (8,99 Euro) – in restaurierter und digitalisierter Fassung und mit  „einmaligen Aufnahmen aus Schwerin“, wie es auf dem DVD-Cover heißt. Als Extras gibt es ein Gespräch mit Wolfgang Kohlhaase, der bei den Dreharbeiten erst 21 Jahre alt war.

Der Film beginnt mit einer spektakulären Kamerafahrt über die Dächer Schwerins. Paulskirche, Schelfkirche, Pfaffenteich und der Markt sind zu sehen. Die Geschichten um die vorbildliche Vera, die versucht, mit ihrer Klasse und dem Pionierkollektiv die beiden Rüpel Franz und Schorsch – die titelgebenden Störenfriede – „zu richtigen Menschen“ zu erziehen, atmet natürlich den Geist der frühen Aufbaujahre und lässt Betrachter von heute immer wieder schmunzeln. Etwa wenn am Säulengebäude am Markt Transparente hängen mit der Aufschrift „Mit der Partei neuen Typus stärken wir den Aufbau des Sozialismus“. Aber als unterhaltsames Zeitdokument wird es – zumal es nun digitalisiert vorliegt – auch noch Enkeln und Urenkeln von jenem Land erzählen, das heute nur noch in Erinnerungen – solchen und solchen –, in Büchern, Fotos  und eben Filmen existiert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen