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St. Galler Globus : Die Spur führt nach Schwerin

vom
Aus der Onlineredaktion

Wichtiges Kulturgut der Schweiz, der St. Galler Globus, stammt aus Mecklenburg.

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2017 | 11:45 Uhr

„Das Geheimnis des St. Galler Globus ist gelüftet“, jubelt das Schweizer Nationalmuseum auf seiner Internetseite. Bisher sei die Herkunft unklar gewesen. Es war demnach vermutet worden, dass der rund 2,30 Meter große Erd- und Himmelsglobus aus Augsburg oder Konstanz stammt.

Ein Schweizer Koch kaufte dem Museum zufolge vor Jahren für ein paar Franken eine alte Zeichnung und zeigte sie später einem Historiker in seiner Nachbarschaft. Dieser habe die Bedeutung des Pergaments erkannt, bei dem es sich um eine Art Verkaufsprospekt des mecklenburgischen Herzogs für den Globus handele.

Der Hof habe an Geldmangel gelitten und die Herzogfamilie wollte das kostbare Stück in eine ferne Region verkaufen. „Ein derart repräsentatives Objekt in unmittelbarer Nachbarschaft wäre für das Prestige des Hofs denkbar schlecht gewesen“, so das Nationalmuseum. Aus diesem Grund sei ein aufwendiger Verkaufsprospekt erstellt und in den Süden geschickt worden. Der Globus von Tilemann Stella (1525 - 1589) sei an die Fürstabtei St. Gallen gekommen.

Wissenschaftler der Schweizer Zentralbibliothek analysierten das Dokument und den Globus. Dabei entdeckten sie dem Museum zufolge drei übermalte Porträts historischer Persönlichkeiten. Eines habe den mecklenburgischen Herzog Johann VII. (1558-1592) dargestellt.

Der St. Galler Globus ist mit einer Höhe von rund 2,30 Meter und einem Kugeldurchmesser von 1,20 Meter den Angaben des Nationalmuseums zufolge einer der größten noch erhaltenen Globen des 16. Jahrhunderts.

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