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Mecklenburg Vorpommern : Die Schwalben nehmen Abschied

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Serie am Sonnabend: Wissenswertes über die Natur erfahren

von
erstellt am 14.Sep.2014 | 13:30 Uhr

„An Maria Geburt fliegen die Schwalben fort“, so sagt es ein altes Sprichwort. Ein Blick in den Himmel gibt dem Sprichwort recht: Trotz des schönen Wetters, ist kaum noch eine Schwalbe zu entdecken. Noch vor wenigen Tagen tummelten sie sich in großen Trupps in der Luft oder versammelten sich laut zwitschernd auf den Hausdächern. In meiner Kindheit saßen sie am liebsten auf den Telegrafenleitungen, aber die gibt es heute kaum noch. Schon Anfang September (Maria Geburt ist auf den 8.September datiert) starten die Schwalben ihren Flug ins tropische Afrika. Sie ziehen am Tag und schlafen nachts in großen Schwärmen an traditionellen Schlafplätzen in Schilfgebieten. Aus dem nächtlichen Verhalten schlussfolgerte man früher, dass Schwalben im Schlamm der großen Seen überwintern würden.

Vier Schwalbenarten gibt es in Mitteleuropa, drei davon auch im Biosphärenreservat Schaalsee: die Mehlschwalbe, die Rauchschwalbe und die Uferschwalbe. Während Mehl- und Rauchschwalben gern in menschlichen Siedlungen brüten und ihre Nester bevorzugt an und in Häusern und Ställen bauen, graben die Uferschwalben Brutröhren in sandige Abbruchkanten und Uferböschungen. Eine große Kolonie der Uferschwalbe gibt es z.B. in der Kiesgrube in Lüttow bei Zarrentin.

In unseren Dörfern sind die bunten Flatterbänder zum Verscheuchen der Schwalbe heute erfreulicher Weise nur noch selten zu sehen. Die meisten Menschen freuen sich wenn Schwalben ihr Haus als Brutplatz wählen. Mit so genannten Kotbrettern, die man unter den Nestern der Vögel anbringt, kann man Gebäude wirksam vor Verschmutzungen durch Schwalbenkot schützen. Ein besonders schwalbenfreundliches Dorf ist Dechow, hier gibt es an zahlreichen Häusern Nester der Mehlschwalbe.

Am Pahlhuus in Zarrentin, dem Informationszentrum des Biosphärenreservates Schaalsee, brüteten in diesem Jahr zur Freude meiner Kolleginnen und Kollegen 25 Brutpaare der Mehlschwalbe. Aber inzwischen ist auch hier das Gezwitscher verstummt.

Wenn Sie an diesem Wochenende Schwalben sehen, schauen Sie genau hin und erfreuen Sie sich noch einmal an den schönen Vögeln; in wenigen Tagen ist die Schwalbensaison für dieses Jahr endgültig vorbei.

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