Die Retter aus MV: März ist Monat der Mutigen

<fettakgl>Kurz bevor der Wagen ausbrannte,</fettakgl> bargen drei Zeugen den Fahrer. Er war bei Boizenburg verunglückt. <foto>Thorsten Meier</foto>
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Kurz bevor der Wagen ausbrannte, bargen drei Zeugen den Fahrer. Er war bei Boizenburg verunglückt. Thorsten Meier

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13. März 2013, 07:01 Uhr

Schwerin | Die Polizei kommt aus dem Loben nicht heraus: Alle naslang sorgen beherzte Zeugen und Retter für gute Nachrichten, weil sie Kindern, Autofahrer und Seniorinnen in Not helfen. Der März wird zum Monat des Mutes in MV. Jüngstes Beispiel: ein Unfall im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Bei Boizenburg war ein 60-jähriger Fahrer am Dienstagnachmittag von der Straße abgekommen. Sein Auto prallte gegen einen Baum und wurde zurück auf die Fahrbahn katapultiert. Ein Lastwagenfahrer aus Sternberg stoppte. Mithilfe von zwei weiteren Autofahrern befreite er den geschockten Mann aus seinem Wagen, der kurz darauf in Flammen aufging. "Sie haben blitzschnell reagiert und Schlimmeres verhindert", sagte Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust.

Seine Kollegen aus Wismar wollen heute einer Familie in Rehna (Nordwestmecklenburg) für die Rettung einer 85-jährigen Frau danken. Die alte Dame war Anfang des Monats in den Mühlenteich gestürzt. Ein elfjähriger Junge aus der Nachbarschaft sah das Dilemma und lief sofort zu einer Mutter. Die rief ihren erwachsenen Sohn, der ohne zu zögern ins Wasser sprang und die Frau auf einer Fischtreppe festhielt, bis die Feuerwehr eintraf. Vor wenigen Tagen konnte die verletzte Seniorin die Intensivstation des Klinikums verlassen. "Sie ist auf dem Weg der Genesung", sagt Polizeihauptkommissar André Falke, Sprecher der Inspektion Wismar. "Alle drei, die Mutter und die Jungs, haben im richtigen Moment die richtige Entscheidung getroffen."

Auch im Polizeipräsidium Neubrandenburg stehen regelmäßig Ehrungen verdienstvoller Retter an, zuletzt vor Monatsfrist. Richard und Steffi aus Neubrandenburg hatten einer 86-Jährigen, der die Handtasche geraubt wurde, beigestanden. Der Mann jagte den zwei jugendlichen Räubern die Beute ab und trieb sie in die Arme von Polizisten, seine Begleiterin kümmerte sich um das Opfer.

In Stralsund würdigt die Polizei noch in dieser Woche drei Männer. Zwei hatten Anfang März einen Autofahrer aus einem brennenden Unfallwagen gezogen. Der dritte, ein 42-jähriger Rüganer, bewahrte Anfang März ein Kind in Bergen vor dem Ertrinken. Die sechsjährige Mia war ins Eis eingebrochen. Bis die Feuerwehr kam, harrte ihr Retter im überknietiefen Wasser aus und beschwor das Mädchen, sich an seinem Stock festzuklammern.

Nicht zuletzt sorgte ein Fall aus der Landeshauptstadt für Aufsehen. Durch das Einschreiten eines aufmerksamen Zeugen konnte die Schweriner Polizei einen vermissten Fünfjährigen aus der Händen einer psychisch kranken Frau befreien.

Mit dem "Gesetz über die staatliche Anerkennung von Rettungstaten" hat das Land seit 1992 die Möglichkeit, außergewöhnliche Einsätze öffentlich zu honorieren. Seither wurden nach Auskunft der Staatskanzlei 38 Rettungsmedaillen verliehen und 32 Belobigungen ausgesprochen. 2012 waren es fünf Medaillen und eine Belobigung. Die erhielt Maik Oerkvitz von der Insel Rügen. Er hatte einen Kollegen davor bewahrt, in einem Güllebecken unterzugehen.

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