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Hitchcock-Klassiker in Neuauflage : Die rasante englische Art

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Vier Schauspieler und rund 100 Rollen: Das Mecklenburgische Staatstheater bringt mit „Die 39 Stufen“ eine Kriminalfarce nach Alfred Hitchcock auf die Bühne. Der Klassiker in Neuauflage feiert am 2. März Premiere.

svz.de von
erstellt am 29.Feb.2012 | 10:08 Uhr

Schwerin | "Whisky, nicht Sekt" solle Katrin Heller in dieser Szene doch bitte kredenzen, weist Regisseur Peter Dehler an. Probenbetrieb, das Ensemble des Staatsheaters arbeitet an der Schlusszene von "Die 39 Stufen", einer Kriminalkomödie von Patrick Barlow. Und wenn sich Jochen Fahr als Hauptfigur Richard Hannay zum finalen Drink niederlassen kann, haben er, Sebastian Reusse, Dirk Audehm und Katrin Heller so einiges hinter sich. Das Stück ist eine abgedrehte Spionage-Farce, bei der Richard Hannay im Theater in eine Schießerei gerät, eine schöne Dame in seinen Armen ihr Leben aushaucht und sich als Agentin zu erkennen gibt und deren Aufgabe er nun übernimmt: Er muss verhindern, dass ein Staatsgeheimnis ins Ausland gelangt. Außerdem wird er unschuldig wegen Mordes verfolgt und muss nicht nur sich, sondern auch die Nation retten. Alles hängt davon ab, dass der gefährliche Spionagering "39 Stufen" aufgedeckt wird…

"Die 39 Stufen" ist ursprünglich ein Kriminalroman aus dem Jahr 1915, wurde von Alfred Hitchcock 1935 verfilmt. Autor Patrick Barlow machte 2005 schließlich eine Bühnenversion aus Hitchcocks Version.

Und da in Barlows Farce nicht einmal eine Handvoll Mimen - genau vier - die Vielzahl von Rollen und Funktionen ausfüllt, sei jede Inszenierung weniger eine Hommage an Hitchcock, sondern "an Schauspieler und das Spielen", sagt Regisseur Peter Dehler. Er habe das Stück in London gesehen und sei begeistert gewesen. Der Wechsel weniger Schauspieler zwischen vielen Rollen, das sei "wie wenn Kinder Theater spielen".

Vier Schauspieler, aber mehr als hundert Rollen. Jochen Fahr gibt nur den Richard Hannay, Katrin Heller changiert zwischen den Frauen-Charakteren - Sebastian Reusse und Dirk Audehm übernehmen den Rest. 100 Rollen? Es sei die Frage, was alles mitzähle, sagt Audehm: "Wenn man die Schafe dazurechnet..." Aber "auch eine Felsspalte will ja dargestellt sein", sagt Reusse. Denn in Barlows Stück müssen die Akteure auch das eine oder andere unbelebte Ding spielen.

Logistisch ist der permanente Wechsel zwischen den Rollen natürlich ein Drahtseilakt. "Das muss man organisieren", sagt Reusse trocken, während Dirk Audehm zappelnd und mit hektischem Gezeter vormacht, wie er hinter der Bühne nach seinem nächsten Kostüm sucht. "Theater ist eben Verabredung", sagt Jochen Fahr. Er träume schon von den Proben, entgegnet Audehm, "und ich bin nicht mehr sicher, was nun geträumt und was wirklich verabredet ist..."

Ein Whisky nach dem Ende von "Die 39 Stufen" wird sicher guttun.

Premiere und Termine
„Die 39 Stufen“, 2. März, 19.30 Uhr, Großes Haus und am 4. und 11. März um 18 Uhr sowie am 23. und
31. März um 19.30 Uhr. Karten: 0385 / 5300 123

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