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Junge endeckte niedersächsischen Diepholz Sarkophag : Die Rätsel-Mumie vom Dachboden

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Seit einem Monat dreht sich im Haus von Lutz Wolfgang Kettler alles um eine rätselhafte Mumie. Sein Sohn fand Anfang August den Sarkophag im Haus der Großeltern in einer versteckten Ecke auf dem Dachboden.

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erstellt am 03.Sep.2013 | 07:59 Uhr

Diepholz | Seit einem Monat dreht sich im Haus von Lutz Wolfgang Kettler im niedersächsischen Diepholz alles um eine rätselhafte Mumie. Sein zehn Jahre alter Sohn fand Anfang August den Sarkophag im Haus der Großeltern in einer versteckten Ecke auf dem Dachboden. Gegenstände wie eine Totenmaske waren auch dabei. Die Computertomographie der Mumie zeige die Grundsubstanz eines menschlichen Skeletts mit einem nahezu intakten menschlichen Schädel, sagt Kettler. "Aber es bleiben Fragen über Fragen."

Auch Polizei und Staatsanwaltschaft interessieren sich inzwischen für die Dachboden-Mumie. Ermittelt wird aber noch nicht. "Wir warten ab, bis wir wissen, wie alt die Knochen sind. Wenn sie mehrere hundert Jahre alt sind, bleibt es eine Mumie und es wird nicht ermittelt", erklärte Polizeisprecher Frank Bavendiek gestern. Sollte sich herausstellen, dass die Knochen aus jüngerer Zeit sind und möglicherweise ein Mord dahinter steckt, sehe sie Sache anders aus: "Mord verjährt nicht." Die Staatsanwaltschaft sei informiert.

Kettler selbst sagt, er habe nichts zu befürchten. Er hofft, dass die Mumie bei der polizeilichen Untersuchung nicht kaputt gemacht wird und nach Abschluss in ein Museum kommt.

Weder das Geschlecht noch die Größe sei anhand der CT-Untersuchung geklärt, sagt Kettler. Es fehle die komplette Halswirbelsäule. In der linken Augenhälfte des Schädels stecke ein Pfeil. Die Laboruntersuchung hat laut Kettler ergeben, dass die an der Mumie verwendeten Materialien wie Bandagen und Kleber aus dem 20. Jahrhundert stammen.

Die Mumie und die anderen Gegenstände hat Kettlers Vater in den 1950er-Jahren aus Nordafrika mitgebracht. Fragen kann er ihn nicht mehr, denn er ist gestorben. Nun hofft der 53-Jährige, etwas Licht ins Dunkel zu bringen, indem er Briefe aus dem Nachlass seiner Großmutter liest. "Eigentlich wollte ich nur mein normales Leben weiter führen."

Zeugen aus der Vergangenheit

Eine Mumie ist eine Leiche, die nicht verwest ist. Die bekanntesten Mumien wurden in Ägypten gefunden. Bei der Mumifizierung des Körpers eines gestorbenen Menschen oder Tieres gab es in der Vergangenheit mehrere Vorgehensweisen. Bei der älteren Variante um 3000 vor Christus wurden die Toten in Tierhäute oder Matten gehüllt und im heißen Wüstensand vergraben, der den Körper auf natürliche Weise vor der Verwesung bewahrt hat.

Später wurden die Leichen von ihren Eingeweiden befreit, die Körper mit verschiedenen Materialien wie Sägespäne ausgefüllt und mit Ölen einbalsamiert. Zum Teil kamen mehrere hundert Meter Leinenbinden zum Einsatz, um den Leichnam dauerhaft zu schützen. Aber auch die Ureinwohner Australiens und Neuguineas sowie die Azteken und die Inkas haben Mumien hinterlassen.

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