Die Nutzer vor sich selbst schützen

svz.de von
08. Juni 2012, 11:35 Uhr

Was für ein Alarm: "Das geht zu weit! Das dürfen die nicht! Das ist ein Angriff auf informationelle Selbstbestimmung!" Die Aufregung ist groß. Vorn marschieren die Datenschützer, gleich dahinter die Politik von der Justizministerin bis zu den Piraten. Und warum? Die Schufa sucht nach einem neuen Geschäftsmodell. Ja, die Schufa, diese große Auskunftei, die fleißig sammelt, was sie über unser Geld erfährt, und die gefragt wird, wenn wir einen Kredit brauchen oder auch nur einen einfachen Handyvertrag. Und wenn die Schufa sagt, dass wir säumige Zahler seien oder faule Kredite im Keller verstecken, rückt die Bank kein neues Geld raus und ein Handy gibt es auch nicht.

Nun lässt diese Schufa untersuchen, ob sich anhand von Facebook- oder Twitter-Einträgen auch Angaben über die Bonität ablesen lassen. Das kann dann heißen: Wer billig Urlaub macht, bei dem ist wohl Ebbe in der Kasse. Und wer dazu noch ein paar Schuldner als Freunde hat, kann bestimmt selbst nicht gut mit Geld umgehen. Also kein Spielraum für Kredite! Das kann unangenehm werden. Aber es ist kein Grund die Schufa anzuprangern. Alle diese Daten wurden doch freiwillig und ohne Not öffentlich ins Netz gestellt. Natürlich müssen die Facebook-Nutzer geschützt werden. Aber nicht vor der Schufa, sondern vor sich selbst. Wer sich nackt auf die Straße begibt, der muss auch damit rechnen, dass die Leute gucken.

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