zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 17:15 Uhr

Die neue Sehnsucht nach Harmonie

vom

svz.de von
erstellt am 08.Apr.2013 | 08:56 Uhr

Teterow | Für René Domke hätte der Neustart der Landes-FDP nicht besser sein können. 95 Prozent der 196 Delegierten wählten ihn am Samstag auf dem Parteitag in Teschow bei Teterow als neuen Landesvorsitzenden. Sogar stehende Ovationen gab es für den 39-jährigen Steuerfahnder nach dem Ergebnis.

So viel Einigkeit hatte man bei den Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern auf einem Landesparteitag lange nicht gesehen. Rolando Schadowski, Domkes erster Stellvertreter und Kreisvorsitzender in Rostock, war voll des Lobes: "Noch nie war so transparent und so ruhig vor einem Parteitag gearbeitet worden."

Die FDP will wieder zurück in das Schweriner Landesparlament und damit ihre Schlappe bei der letzten Wahl 2011 vergessen machen. Damals mussten sich die Liberalen mit nur 2,8 Prozent der Wählerstimmen aus dem Landtag verabschieden. Nicht allein der negative Trend der Bundespartei hatte zu dem desaströsen Wahlergebnis geführt, auch die anhaltenden innerparteilichen Querelen lähmten den Landesverband völlig. Vor allem durch die andauernden Streitigkeiten des damaligen Landesvorsitzenden Christian Ahrendt und dem Fraktionschef Michael Roolf waren die Gräben immer tiefer geworden.

"Trotz aller Selbstzerfleischung, wir sind immer noch da", sagte gestern ein selbstbewusster René Domke. Der Wismarer hatte kommissarisch Ende 2012 die Führung der Nordost-FDP von Christian Ahrendt übernommen, der nach seiner Ernennung zum Vizepräsidenten am Bundesrechnungshof alle politischen Ämter und Mandate niedergelegt hatte. Jetzt ist Domke offiziell im höchsten Amt des Landesverbandes bestätigt.

Der Parteitag in Teschow war der erste nach der Ahrendt-Ära. Eine gewisse Symbolik hatte da auch die Niederlage des langjährigen Vorstandsmitglieds und ehemaligen Spitzenkandidaten Gino Leonhardt in der Kampfabstimmung um den Posten des ersten Stellvertreters. Die Mehrheit der Delegierten entschied sich nicht für ihn, sondern für Rolando Schadowski. Die Zeichen stehen auf Neustart.

René Domke forderte mehr Selbstbewusstsein von seinen Parteifreunden. "Wir müssen in der Öffentlichkeit nicht in Sack und Asche gehen", sagte er. Die Partei habe nach der Niederlage 2011 Rückgrat bewiesen. Sie sei die Alternative zur "roten Abzockerpolitik" und zur "grünen Verbotspolitik". Die Aufklärung der Werftenkrise würde anders verlaufen, wenn es die FDP im Landtag gebe, sagte der neue Parteichef. Aber auch als außerparlamentarische Opposition werde man die Wirtschaftsförderung des Landes genau unter die Lupe nehmen. Der Beifall war ihm wieder sicher.

Ebenfalls in Teschow stimmt die FDP über ihre Landesliste zur Bundestagswahl ab. Der einzige Bundestagsabgeordnete des Landesverbandes, Hagen Reinhold, wurde auf den ersten Platz gewählt. An zweiter Stelle steht Landesvorsitzender René Domke.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen