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Ökologische Sanierung : Die Nebel fließt wieder in ihrem naturnahen Bett

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Zwischen Linstow und Dobbin fließt einer der intaktesten Flüsse unseres Landes wieder in einem naturnahen Bett. Bagger bauten Totholz in das Ufer ein und bereiteten die tiefer liegende Niederung des Flusses vor.

svz.de von
erstellt am 03.Jul.2013 | 10:22 Uhr

Zwischen Linstow und Dobbin fließt einer der intaktesten Flüsse unseres Landes wieder in einem naturnahen Bett. Als letztes Problem nach den Jahren der Komplexmelioration blieb eine dicke Schlammauflage auf der Gewässersohle. Ralf Koch, stellvertretender Leiter des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide: "Diese behinderte nicht nur den Wasserabfluss, was die Landwirte störte, sondern brachte auch jede Entwicklung zum Erliegen." Fische hatten z.B. Schwierigkeiten zu überleben. Hinzu sei gekommen, heißt es in einer Mitteilung des Naturparks, dass der zwei Meter hohe Absturz am Wehr Walkmöhl jegliche Wiederbesiedlung aus dem Krakower Obersee verhinderte. Koch: "Damit war ein Handlungszwang gegeben, der sich auch durch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie begründet. Danach sollen alle natürlichen Gewässer mindestens einen guten ökologischen Zustand erreichen. Der der Nebel war aber an diesem Standort mäßig bis unbefriedigend."

Die Realisierung des Projektes (siehe Stichwort) begann im November 2012 vor der Autobahnbrücke bei Linstow. Bagger gruben ein neues Bett für die Nebel, bauten Totholz in das Ufer ein und bereiteten die tiefer liegende Niederung des Flusses vor. Koch: "Durch dieses Konzept einer Sekundäraue kann der Fluss sich hin und her schlängeln, ohne dass der Landwirt größere Einschränkungen auf seinen danebenliegenden Flächen hinnehmen muss." Bei den Arbeiten gab es aber viele Schwierigkeiten, die mit der Quelligkeit des Bodens und naturschutzfachlichen Restriktionen zusammenhingen. Ralf Koch: "Bagger mussten z.B. auf Matratzen arbeiten, Bereiche mit geschützten Arten waren ausgegrenzt." Heute fließt die Nebel wieder in einem "schwingenden Bett". Es sind Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen entstanden und die Funktionsfähigkeit des Flusses im Naturhaushalt ist wiederhergestellt. "Bald werden auch erste Bäumchen am Gewässer stocken und die Wunden, die der Bagger in die Niederung gerissen hat, verheilt sein", blickt Koch in die Zukunft. Bleibt nur noch das Problem der Durchgängigkeit für Fische und Wirbellose am Wehr Dobbin-Walkmöh, eine weitere Aufgabe.

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