Zooschließung Burg Stargard : Die letzten Affen ziehen aus

Die Berberaffen gehen als letzte: Die finanziellen Mittel für die Erhaltung des Tierparks Burg Stargard konnten von der Stadt nicht mehr aufgebracht werden, sodass die Schließung beschlossen wurde. Aus der Anlage soll ein Park werden.
Die Berberaffen gehen als letzte: Die finanziellen Mittel für die Erhaltung des Tierparks Burg Stargard konnten von der Stadt nicht mehr aufgebracht werden, sodass die Schließung beschlossen wurde. Aus der Anlage soll ein Park werden.

Nach gut einem Jahr sind fast alle Tiere umgesiedelt und der Abriss hat begonnen

svz.de von
29. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Der Tierpark in Burg Stargard ist bald Geschichte. „Der Abriss der ersten Tiergehege hat schon begonnen“, sagte Bürgermeister Tilo Lorenz (CDU). Von einst etwa 250 Tieren seien nur noch 15 Affen übrig, die bis Anfang 2017 abgeholt werden sollen. Ein Gehege bei Kaiserslautern will die zwölf Berberaffen und drei Japan-Makaken übernehmen. Der Tiergarten der Kleinstadt war wegen hohen Sanierungsbedarfs und aus Kostengründen im November 2015 geschlossen worden.

Es war die erste Tierparkschließung seit 20 Jahren im Nordosten. Der Klüschenberg mit zum Teil altem Baumbestand und historischen Ausblicken auf Stadt und Umfeld soll mit Hilfe des Landes wieder zu einem Ausflugspark gestaltet werden – wie früher. Vorher steht aber die Affen-Abholung an. „Das wird nicht einfach“, weiß Lorenz. Die in strenger Hierarchie lebenden Berberaffen hatten zeitweise zwei Mitglieder verstoßen, darunter ein Jungtier. Ähnlich wie im benachbarten Tiergarten Neustrelitz. Dort war Männchen Shorty nach handfesten Rangeleien in der Affengruppe 2015 aus dem Tiergarten geflüchtet. Er konnte erst nach mehreren Wochen, die er im Stadtgebiet unterwegs war, mit einer Banane gelockt werden, die mit Betäubungsmittel präpariert war. „Mit Affen ist es generell schwierig, dass sie sich in eine andere Sozialstruktur einfügen“, erklärt eine Tiergartensprecherin. Dabei könne es auch zu Rangkämpfen kommen, die mit schweren Verletzungen enden.

Das Verhältnis in der Neustrelitzer Affengruppe ließ sich auch nicht mehr kitten. Der gemobbte Berberaffe Shorty zog im Herbst dieses Jahres in den Zoo nach Erfurt um. Burg Stargards Affen sollen künftig Rheinland-Pfälzer werden.

Auf rund 600 000 Euro schätzt Lorenz die Kosten, mit denen das Gelände am Klüschenberg gestaltet und ans Wandernetz angeschlossen werden soll. 50 Prozent des Geldes wurde schon aufgebracht, davon kommen rund 230 000 Euro vom Land. Wenn die Wege auf dem Berg wieder hergerichtet sind, soll der traditionelle Platz an der Freilichtbühne neu gestaltet werden. Dafür hofft die Stadt wieder auf 90-prozentige Fördermittelzuteilung vom Land. „Die Stadt hat mit der Auflösung des Tierparks eine Entscheidung getroffen, die nicht leicht war.“

Burg Stargards Zoo war zu DDR-Zeiten für die damalige Bezirksstadt Neubrandenburg mit bis zu 90 000 Einwohnern hergerichtet worden. Nach 1990 hatte Neubrandenburg aber seine Unterstützung eingestellt, so dass die 6000-Einwohner-Stadt Burg Stargard die jährlichen Kosten von 150 000 Euro nicht mehr tragen konnte. In Neubrandenburg gibt es inzwischen zwei kleinere Tiergehege, in denen in erster Linie Kleintiere untergebracht sind.

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