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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 21:45 Uhr

Die Kunst des Möglichen

vom

svz.de von
erstellt am 14.Mär.2012 | 10:31 Uhr

Schwerin | Die Landeshauptstadt ist der aktuelle Brennpunkt der Theaterpolitik - im Staatstheater brennt es lichterloh. Aber auch bei der Theater- und Orchester GmbH Neubrandeburg/Neustrelitz ist die Lage nicht rosig. "Zur Sicherung des Betriebes trägt derzeit in erster Linie der bestehende Haustarifvertrag bei. Die Planungssicherheit geht bis zum Jahresende", sagt Theater-Direktor Wilhelm Denne. Und nein, mit einer Erhöhung der Landeszuschüsse rechne er nicht.

In Rostock dagegen haben die Kommunalpolitiker eine doppelte Aufgabe: Sie müssen über ein inhaltliches und finanzielles Konzept für das Theater beraten, das von der Theaterleitung bis Mai dieses Jahres vorgelegt werden soll. Und Oberbürgermeister Roland Methling will bis 2018 einen Theaterneubau auf die Beine stellen - denn das marode Große Haus musste aus Brandschutzmängeln schließen und durchläuft derzeit eine provisorische Sanierung. Über den Standort des neuen Theaters ist noch nicht entschieden.

Und Parchim? Das dortige Mecklenburgische Landestheater ist eine Art kleines gallisches Dorf der Theaterlandschaft in MV, immer wieder sollte es wegfusioniert werden. Nach dem Inkrafttreten des Tesch-Konzeptes - Kern: Einspartenhäuser können nur bei Anschluss an große Theater auf volle Förderung hoffen - organisierte Intendant Thomas Ott-Albrecht einen Zusammenschluss mit dem Volkstheater Rostock, und sein Haus produziert bis heute eigenständig. Der Chef sagt: "Zumindest sind wir nicht existenziell gefährdet." Dennoch spreche er ständig mit den Intendanten. Die Kernfrage: "Wie können wir es erreichen, innerhalb des gegebenen Finanzrahmens möglichst viel von unserem Angebot zu erhalten?" Sicher wäre mehr Geld wünschenswert, so der Parchimer Intendant: "Aber ich rechne damit, dass es nicht da sein wird." Wenn Landkreise und Kommunen womöglich mehr Geld für ihre Bühnen in die Hand nehmen würden, "reicht das wahrscheinlich nicht, um das bestehende Angebot wirklich langfristig zu sichern".

Auch Rainer Steffens, Geschäftsführer des Theaters Vorpommern, rechnet nicht mit mehr Landes-Euros für die Theater: "Staatssekretär Schröder hat bei seinen Besuchen ganz klar gesagt: Es gibt nicht mehr." Dennoch sieht Steffens das Theater Vorpommern mit den drei Spielstätten Greifswald, Stralsund und Putbus als wirtschaftlich gesichtert - vorerst. "Wir haben fleißig Hausaufgaben gemacht", sagt der Geschäftsführer. Im vergangenen Jahr habe man Haustarifverträge und einzelne Änderungsverträge unter Dach und Fach gebracht, "mit der langen Laufzeit von fünf Jahren". Fazit: Bis 2016 ist die Finanzierung des Theaters Vorpommern gesichert, "wenn die Landeszuschüsse konstant bleiben". Das Gutachten des Landesrechnungshofes, das dem Theater Vorpommern Sparpotenzial beim Personal, sieht Steffens kritisch: "Wenn Sie an einem Abend in zwei Häusern, nämlich in Stralsund und Greifswald spielen wollen, dann brauchen Sie eben mehr Bühnentechniker."

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