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Mecklenburg-Vorpommern

22. September 2017 | 15:33 Uhr

Heiligendamm : Die Jungs trau’n sich was...

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Beim Großen Gourmet Preis im Nordosten wurde auch Bildungshunger gestillt

Jürgen Seidel, der Vorsitzende des Tourismusverbandes in MV, brachte es schon beim Empfang zum Großen Gourmet Preis Mecklenburg-Vorpommern 2014 auf den Punkt: „Es ist für die Tourismusbranche im Land immer wieder ganz entscheidend, den Gästen mehr als wunderbare Landschaften zu bieten. Ich glaube in diesem Zusammenhang, dass nicht nur die Liebe, sondern auch der Urlaub durch den Magen geht.“ Und bei strahlendem Sonnenschein in der Weißen Stadt am Meer versprach Seidel den Gästen des Abends ein kulinarisches Feuerwerk der Extraklasse. Man kann es vorwegnehmen, der ehemalige Wirtschaftsminister hatte recht.

Und ein glänzend aufgelegter Andreas Dietz von der veranstaltenden Agentur desas zog in der Moderation alle Register, um den Gästen die Gala ebenso kurzweilig wie schmackhaft zu machen. Letzteres machten ihm die teilnehmenden Köche mehr als leicht. Was auf die zauberhaft eingedeckten Tische des Ballsaals in Heiligendamm serviert wurde, war Kulinarik auf höchstem Niveau. Mehr noch, die „Jungs“ und ihre Teams haben sich im besten Sinne des Wortes viel getraut und mit ihren Gängen geschmacklich und optisch faszinierenden Genuss geboten.

A propos Optik: Dank Susanne Grön hatten die Gäste der Gala über eine Leinwand auch Einblick in das Küchengeschehen. Die als „Topfguckerin“ bekannte NDR 1 Radio MV-Moderatorin plauderte dort charmant mit den Akteuren und lockte so manchen flotten Spruch heraus.

Ute Warziniak aus Schwerin, Rose-Marie Schmidt aus Wismar und Reinhild Rosenberg aus Rostock, die bei unserer Verlosung je zwei Freikarten für den Großen Gourmet Preis gewonnen hatten, zeigten sich beeindruckt von der Gala. Auch die anderen Gäste des Abends staunten das eine um das andere Mal über fantasievolle Kreationen und waren begeistert vom Mut der Küchenchefs, alle Facetten geschmacklicher Vielfalt auszureizen. Das reichte von einem zarten Rehrücken und Wald-Aromen über attraktiv angerichteten und geschmacklich hervorragenden Tintenfisch mit würzigen Zutaten bis hin zu einer formidablen Entenstopfleber Mousse vom belgischen Gastkoch Roel Lintermans. Und was Daniel Schmidthaler aus Heumilch und Gartenkräutern als Dessert zauberte, hat auch die größten Feinschmecker überrascht.

Sehr raffiniert waren auch die „fischigen“ Kreationen der beiden Nordlichter Tom Wickboldt und Matthias Stolze . Und nicht zu vergessen natürlich das Menü von Ronny Siewert, dem besten Koch im Nordosten. Sein Kalbsfilet war ein zartes Gedicht, seine Komposition mit auf den Punkt gegartem Spargel und einer getrüffelten Birnentarte buchstäblich eine geschmackliche Sinfonie der Superlative.

Siewert hat damit beispielhaft umgesetzt, was Jürgen Seidel im Interview gesagt hat: „Ich meine, dass die Küche des Landes auch ein bisschen verrückt, aber immer regional und glaubhaft sein muss.“

Ein Zeichen, dass Kulinarik auch Bildungshunger stillen kann, ist außerdem die Tatsache, dass von jeder verkauften Karte fünf Euro an das Projekt „Bildung für alle“ der Deutschen Kinderhilfe abgeführt werden. Davon werden Bildungsgutscheine für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien finanziert. Auch das, meint Hoteldirektor Tim Hansen, hat etwas mit Glaubhaftigkeit zu tun.

Großes Lob auch seinem Team, das mit exzellentem Service zum Erfolg des Abends beitrug und bis in die frühen Morgenstunden Saal und Küche wieder für das Sonntagsgeschäft vorbereitete. Nicht vergessen werden darf auch der fulminante Auftritt des preisgekrönten Quintetts Klazz Brothers & Cuba Percussion. Auch das gehört bekanntlich zu einem richtigen Feuerwerk dazu.

 

Kommentar von Michael H. Max Ragwitz

Kulinarische Freundschaften
Sepp Herberger oder ein anderer Entertainer soll mal gesagt haben: „Elf Freunde sollt ihr sein.“ Beim Großen Gourmet Preis waren es zwar „nur“ acht Köche, die für das Gala-Dinner  verantwortlich zeichneten. Es war aber beeindruckend, zu erleben, mit welcher Disziplin, Präzision und Leidenschaft sie zu Werke gingen. Das sind nicht nur exzellente Könner ihres Fachs, das sind zu einem großen Teil auch gute Freunde, die neben der Liebe zum Beruf auch persönlich viel verbindet. So hatte ich die Möglichkeit, bei vielen Gesprächen im besten Sinne des Wortes zu lauschen, wie die Spitzenköche des Landes zum Teil über Jahre Freundschaften entwickelt haben, die weit über gelegentliches gemeinsames Kochen oder kollegiale Hilfe hinausgehen. Die „Jungs“ strahlten eine so erfrischende Kollegialität aus, dass man um den Köche-Nachwuchs im Land keine Angst zu haben braucht. Denn sie geben neben der kulinarischen Meisterschaft auch menschliche Werte weiter. Und die sind letztlich der Schlüssel zum Erfolg. A propos Erfolg: Einig waren sich die Köche, dass Ronny Siewert längst den zweiten Stern verdient hat. Wer weiß, vielleicht bekommt MV dann bald die elf Sterne zusammen, die eine Fußballmannschaft ausmachen. In Sachen kulinarische Freundschaften kann das Land jedenfalls bereits mehrere Mannschaften stellen.



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