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Universität Rostock : Die intelligente Gefäßstütze

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erfolgreicher Abschluss von Millionen-Forschungsprojekt Remedis unter Führung der Universität Rostock

Nach fünfjähriger Arbeit ist das von der Universität Rostock betreute Projekt „Remedis“ zur Erforschung von Gefäßstützen erfolgreich abgeschlossen worden. Es seien große Erfolge erzielt worden, sagte Klaus-Peter Schmitz, einer der Projektleiter und Vorsitzender von Remedis zur Bilanzkonferenz des Verbundes gestern in Rostock. Seit Oktober 2009 waren 27 Partnerinstitutionen aus Forschung und Industrie in dem 14 Millionen Euro umfassenden Projekt beschäftigt gewesen, 17 Patente wurden angemeldet. „Wir haben die gesetzten Ziele erreicht und teilweise überschritten“, sagte Remedis-Sprecher Rudolf Guthoff. Die 2,5 bis 4 Millimeter dicken Gefäßstützen kommen bei Patienten zum Einsatz, bei denen die Gefäße am Herzen infolge von Krankheiten wie etwa Diabetes, durch falsche Ernährung oder Rauchen verstopft sind.

Eines der Hauptprobleme der bisherigen Stents sei, dass sie oft von sogenannten glatten Muskelzellen besiedelt werden und so wieder zuwachsen. Im Projekt Remedis sei nun die Technik der mit Medikamenten beladenen Stents fortentwickelt worden – „intelligente Implantate“ wie die Forscher betonen. Dabei werde die Innenfläche eines Metallstents mit einem abbaubaren Kunststoff besprüht, in dem zuvor in einem hochkomplexen Verfahren ein Medikament eingelagert wurde. Das Medikament soll das Wachstum der glatten Muskelzellen verhindern. Es werde über mehrere Monate hinweg in das umgebende Gewebe abgegeben, bis die physiologischen Gefäßzellen, sogenannte Endothelzellen, den Stent ausgekleidet haben. Danach sei die Medikamentengabe nicht mehr erforderlich. Diese neuen Stents würden bereits in klinischen Studien getestet und zeigten ermutigende Ergebnisse, berichten die Forscher. Parallel dazu wurde auch die Entwicklung von abbaubaren Stents vorangetrieben, berichtete Teilprojektleiter Niels Grabow. Remedis befasste sich auch mit noch feineren Stents, die bei der Augenkrankheit Grüner Star eingesetzt werden könnten.


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