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Mecklenburg-Vorpommern

21. September 2017 | 21:14 Uhr

Rostock : Die Hansa-Mitglieder sind ihr Beruf

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Britta Jauch war schon immer Fußball-Fan. Allerdings hatte es der gebürtigen Lüneburgerin Werder Bremen am meisten angetan. Inzwischen gehört ihr Herz jedoch längst dem FC Hansa.

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erstellt am 11.Nov.2011 | 09:11 Uhr

Rostock | Britta Jauch war schon immer Fußball-Fan. Allerdings hatte es der gebürtigen Lüneburgerin trotz der Nähe zu Hamburg nicht der HSV oder St. Pauli, sondern Werder Bremen am meisten angetan. Inzwischen gehört ihr Herz jedoch längst dem FC Hansa.

Im Oktober 2000 kam die seit kurzem 40-Jährige nach Rostock und nahm eine Ausbildung im Tourismusbereich mit Fremdsprachenkorrespondenz Englisch und Französisch in Angriff. Danach wollte sie eigentlich ins Ausland, blieb dann aber - der Liebe wegen: "Christoph ist auch Hansa-Fan und deshalb sehr froh, eine Frau zu haben, die es toleriert, dass er zu Hause Sky hat", sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Sie spielte in Lüneburg 25 Jahre Handball

Nach einigen Jahren Tätigkeit bei den Stadtwerken meldete sich Britta Jauch auf eine Stellenanzeige des FC Hansa und setzte sich unter 200 bis 300 Bewerbungen durch. Seit April 2006 ist sie im Verein, arbeitete zunächst am Empfang und als Vertretung im Vorstandsbüro. Am 1. Juli 2010 wurde sie Mitgliederbetreuerin. Als solche bekommt sie relativ viele An-rufe und Mails, beantwortet Anfragen, bearbeitet neue Mitgliedsanträge, kümmert sich zum Beispiel auch um

offene Posten oder wenn jemand seinen Vereinsausweis verloren hat, "um praktisch die ganze Verwaltungsarbeit, die daran hängt". Monatlich die Statistik erstellen, Sammelschachteln zum Versand fertigmachen - auch die Mitgliederpins (die es bei Eintritt in den Club sowie nach fünf, zehn, 20, 30 und 40 Jahren Zugehörigkeit gibt) ge-hören zum umfänglichen Zuständigkeitsbereich der Ex-Handballerin (die Linkshänderin spielte 25 Jahre für Eintracht Lüneburg bis 3. Liga).

Besonders viel Aufwand erfordert von der begeisterten Radlerin natürlich stets die Vorbereitung der jährlichen Versammlung für die mittlerweile 6750 Angehörigen des FC Hansa. Morgen 14 Uhr ist es in der Stadthalle wieder soweit, kommt Britta Jauch zwangsläufig eine wichtige Rolle zu: "Ich fungiere als Ansprechpartnerin bei offenen Fragen, kümmere mich um den reibungslosen Einlass und kläre unsere Mitglieder darüber auf, ob sie stimmberechtigt sind oder nicht."

Bei den Heimpartien ist die 40-Jährige fast immer im Stadion zugegen: "Da leide ich oder freue mich mit. Die Auswärtsauftritte sehe ich mir live im Fernsehen an. Spieler, die kämpfen und zeigen, dass sie ein Herz für Hansa haben, sind mir am liebsten. Denn ohne Hansa-Herz kann man hier nicht arbeiten."

Die ihr am häufigsten gestellte Frage, ob sie womöglich mit dem Fernseh-Showmaster Günther Jauch verwandt sei, kann sie übrigens mit einem "Ja, über einige Ecken" beantworten. Es gebe ein Stammbuch, das bis in das Jahr 1648 zurückreiche: "Ich meine sogar, der Urvater Jauch kam aus Güstrow. Mein Ururgroßvater und der Urgroßvater von Günther Jauch müssten Brüder gewesen sein. Ich habe ihn aber nie kennengelernt. Wenn er das hier liest: Ich würde ihn gern mal zum FC Hansa einladen."

Eines hätte Britta Jauch - die sich längst als echte Rostockerin betrachtet und hier nicht wieder weg möchte - allerdings lieber als den Besuch ihres prominenten Verwandten: dass eines Tages der FCH und Werder Bremen mal wieder in der 1. Bundesliga aufeinandertreffen. Im Testspiel klappt’s ja bereits.

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