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Weihnachtsgeschichte : Die große Unterbrechung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Autorenzeile auf Mitte: Von Pröbstin Christiane Körner

Wie wird Weihnachten 2014 für Sie sein, liebe Leserinnen und Leser? Festlich und lichtvoll? Gefüllt mit dem Duft von Kerzen und Entenbraten? Oder wird es einsam sein? Wird Weihnachten wieder im Streit zerbrechen?

Weihnachten ist das große Fest der Unterbrechung. Zeit füreinander soll sein, die Liebe will Raum bekommen, der Friede sagt sich an. Manch einer erlebt es so. Das ist ein großes Geschenk! Andere sehnen sich danach – für das eigene Leben und die große Welt. Wann wird Friede sein in Syrien, Palästina, Israel, Afghanistan, Pakistan, in der Ukraine? Wann werden wir im Frieden sein – Einheimische und Fremde, Alte und Junge miteinander?

Die Weihnachtsgeschichte der Bibel erzählt, dass Frieden, also auch Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit, möglich sind. Weil Menschen sich unterbrechen lassen – auf ihren Wegen, in ihren Plänen und Ansichten.

Dem Zimmermann Josef kommt ein Traum in den Weg. Eigentlich wollte er seine Verlobte, Maria, sitzen lassen. Denn Maria erwartet unerwartet ein Kind. Warum die Mühe mit einer Schwangeren auf sich nehmen? Warum sich mit einem Menschen beschweren, der Schutz und Hilfe brauchen wird? Ein Traum, ein göttlicher Bote, treibt Josef die Sorge ins Herz. So nimmt er Maria an seine Seite. Er richtet sich nach ihr und unterbricht seinen Weg für sie. Josef sorgt für das, was notwendig ist. Nur ganz Einfaches findet sich – ein Stall, in der das Kind zur Welt kommen kann. Aber der reicht. So hilft Josef dem neuen Leben in diese Welt hinein. Auf vielen Darstellungen ist Josef nur im Hintergrund zu sehen. Für eine Zeit seines Lebens tritt er zurück, weil andere jetzt wichtiger sind. Ganz schlicht ist, was er tut – und doch so groß. Mütter und Väter wissen davon. Jede und jeder, die für andere Menschen da sind. Auch für Flüchtlinge in unserem Land.

Den Alltag der Hirten auf dem Feld unterbrechen Engel. Engelsstimmen versprechen inmitten der friedlosen Welt: „Friede auf Erden!“ Sollen sie diesen Worten wirklich trauen? Längst geben sie nichts mehr auf große Parolen. Aber diese Stimmen, das Leuchten vor Augen und in den Herzen lässt sie die Arbeit unterbrechen und loslaufen. Was sie dann sehen, stellt alles auf den Kopf: Ein Kind zeigt ihnen Gott. Und sie begreifen: Wirklichen Friede kann es nur gewaltlos geben. Und wie ein Kind auf andere angewiesen ist, sind es alle Menschen. Frieden geht nur mit anderen. Das nehmen sie voller Hoffnung nach Hause mit.

Die drei Weisen folgen ihrem Stern. Sie suchen ihr Ziel und finden es, weil sie sich leiten lassen. Und sie finden ihr Lebensziel nicht im Palast, bei den Mächtigen, wo sie vorher waren, sondern bei einer Mutter und ihrem Kind im Stall. Bei einem verletzbaren Menschen. Der später Kranke heilen, Schwache schützen und Gewalttätige, Reiche und Selbstgefällige auffordern wird: Es tut Not, dass Ihr Euer Leben verändert!

Die Geschichte dieser Menschen ist über 2000 Jahre alt. Zugleich aber geschieht sie täglich in unserer Welt. Dort, wo wir uns durch die Liebe unterbrechen lassen. Wo wir auch einmal zurücktreten, der Gewaltlosigkeit trauen und selbst Liebe erfahren. Wie auffallend ist, dass in der Weihnachtsgeschichte Geld, Angst und Sorge um sich selbst keine Rolle spielen! Offensichtlich verhilft genau das nicht zum Frieden.

Weihnachten kann jeden Tag neu unter uns beginnen – angefacht durch die Liebe Gottes. Eine gesegnete Weihnachtszeit – gefüllt mit Liebe – und ein friedvolles Jahr 2015 wünsche ich Ihnen!



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