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Umweltsünder : Die größten Stinker des Landes

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

140 Betriebe aus MV belasten die Natur mit Tonnen von Schadstoffen

von
erstellt am 13.Mai.2014 | 21:15 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern ist bekannt für seine saubere Luft. Doch auch im nordöstlichen Bundesland gibt es Betriebe und Anlagen, die zum Himmel stinken. Unrühmlicher Spitzenreiter: die KNG Kraftwerks- und Netzgesellschaft mit seinem Steinkohlekraftwerk in Rostock. Nach Angaben des Umweltbundesamtes pustet der Betrieb 2,86 Millionen Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid im Jahr in die Luft. Das sind 84 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes aller 140 meldepflichtigen Industrieanlagen des Landes.

Hinzu kommen 2,25 Millionen Tonnen Stickoxide, 61,2 Kilogramm Arsen und 17,9 Kilogramm hochgiftiges Quecksilber. „Diese Werte des Kraftwerks passen nicht zu einem Gesundheits- und Tourismusland“, kritisierte Jutta Gerkan, wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Schweriner Landtag. Eine Million Tonnen Steinkohle werden jährlich im Kraftwerk verbrannt, das seit 20 Jahren Strom für Deutschland produziert.

Landesweit den zweitgrößten CO2-Ausstoß haben die Stadtwerke Rostock mit 232 000 Tonnen – gefolgt von den Neubrandenburger Stadtwerken (168 000 Tonnen) und der Energieversorgung Schwerin (110 000 Tonnen), die zwei Gaskraftwerke in der Landeshauptstadt betreibt.

Die Daten sind auf der Internetseite Thru.de des Bundesumweltamtes abrufbar.

„Insgesamt kann man allerdings sagen, dass in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ wenige Schadstoffe emittiert werden“, erklärte Jutta Gerkan. Doch Stinker mit hohen Emissionswerten sind vor allem auch Betriebe der Massentierhaltung. Die Karrenziner Schweinemast GmbH mit 8320 Tieren im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist Spitzenreiter beim Ammoniak-Ausstoß mit 140 Tonnen pro Jahr. Ammoniak gefährdet vor allem Wälder und Gebäude.

Ganz in der Nähe befindet sich die Schweinemast und Sauenanlage Tierzucht Gut Losten GmbH mit 108 Tonnen Ammoniak pro Jahr. „Durch den von der Landesregierung geförderten Ausbau der intensiven Tierhaltung werden sich die Schadstoffwerte weiter erhöhen“, so Frau Gerkan.

Die größte Menge des Treibhausgases Methan kommt mit 632 Tonnen aus der landeseigenen Sondermülldeponie Ihlenberg. Sie emittiert mehr Methan als alle Anlagen der Intensivtierhaltung im Land zusammen.

 

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