Mecklenburg-Vorpommern : Die Grippewelle breitet sich aus

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Die Grippewelle breitet sich aus. Im Raum Neubrandenburg stoßen die Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen. Im Westen des Landes ist es noch ruhig. Die Krankenhäuser dort melden keine erhöhten Infektionsfälle.

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30. Januar 2013, 06:46 Uhr

Schwerin | Die erste Grippewelle ist in Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) wurden bisher 338 bestätigte Influenza-Infektionen gemeldet. Und die Zahl steigt. Noch sind nicht alle Regionen in MV gleichermaßen betroffen. Im Raum Neubrandenburg melden die Krankenhäuser bereits den Notstand. Im Westteil des Landes ist dagegen von der Grippewelle noch nichts zu spüren.

Neubrandenburg
"Wir sind bis unters Dach gefüllt, alle Betten sind belegt", sagt Dr. Johannes Hallauer, Ärztlicher Direktor des Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums, an dem derzeit allerdings auch größere Umbauarbeiten laufen. Alle jahreszeitlich typischen Krankheiten würden zur gleichen Zeit auftreten, so der Arzt: grippale Infekte, Influenza, aber auch Magen-Darm-Erkrankungen auf Grudn von Noro-Viren. Neue Patienten in Neubrandenburg müssten teilweise nach Altentreptow und Malchin verlegt werden.

Waren
In der Lungenklinik Amsee betrage die Auslastung 120 Prozent, da nun auch die Reservebetten belegt sind, heißt es. Patienten werden dennoch in der Klinik akut versorgt und anschließend in weitere Kliniken der Region verlegt.

Greifswald
"Wir waren den ganzen Januar bereits ausgelastet", sagt Dr. Markus Lerch, Klinikdirektor für Innere Medizin. Jetzt, wo die Grippewelle die Region erreicht habe, sei es noch schwerer, ausreichend Betten zur Verfügung zu stellen. "Doch wir schaffen das", sagt Lerch zuversichtlich. Bislang sei die Zahl der Erkrankten jahresbedingt hoch, teilt die Klinik weiterhin mit. Zehn Patienten seien besonders stark an der Grippe erkrankt. Drei Patienten haben zusätzlich schwere Lungenerkrankungen, sodass sie stationär behandelt werden müssen.

Rostock
Im Südstadtklinikum in Rostock herrscht bereits eine angespannte Situation. "Wir haben derzeit sehr viele Patienten mit verschiedenen Grippeformen und teilweise auch schweren Verläufen", so der Kliniksprecher Birger Birkholz. Wenn es mehr Patienten werden, hat das Klinikum ein Kapazitätsproblem. Ein weiteres Problem sei auch, dass die schweren Fälle teilweise isoliert werden müssen. "Die Situation ist momentan schon angespannt. Aber wir haben den Vorteil, dass wir eine Kooperation mit dem Universitätsklinikum haben. Wenn es zu viele Patienten werden, können wir sie untereinander aufteilen."

Schwerin
In Schwerin scheint die Grippewelle noch nicht angekommen zu sein. In den Helios-Kliniken gibt es derzeit nur vereinzelte Grippefälle. "Wir haben noch keine Probleme bei uns im Haus. Wir müssen keinen Patienten ablehnen", erzählt die Sprecherin der Helios-Kliniken Schwerin, Grit Czapla. "Wir vermuten, dass es momentan im ambulanten Sektor wohl eher Probleme gibt."

Wismar
"In diesem Jahr hat es etwas früher begonnen, aber im Moment behandeln wir im überschaubaren Maße rund zehn Patienten", erklärt Dr. med. Rene Keller, ärztlicher Direktor im Hanse Klinikum Wismar. Für den Ernstfall hat das Klinikum einen Notfallplan erstellt. "Alle geplanten Untersuchungen und Operationen werden dann soweit es möglich ist abgesagt. Und wir würden eine Station für schwere Fälle mit Komplikationen einrichten, auf der die Kranken isoliert behandelt werden könnten. Doch da sind wir jetzt noch nicht angekommen." Auch in den vergangenen Jahren musste dieser Notfall-Plan nicht durchgeführt werden.

Crivitz
Im MediClin Krankenhaus am Crivitzer See werden derzeit größtenteils normale Erkältungskrankheiten behandelt. Von einer Grippewelle ist hier noch nichts zu spüren. "Bei uns ist sie noch nicht angekommen", so die stellvertretende Pflegedienstleiterin Carola Schulz. "Wir haben bei uns noch keine Patienten mit diesem Virus und auch beim Personal sind noch keine Krankheitsfälle aufgetreten."


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