3400 ausländische Schüler in MV : Die ganze Republik sucht Deutschlehrer

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An Schulen geht Flüchtlingskrise nicht vorbei

svz.de von
21. September 2015, 08:00 Uhr

Das gerade begonnene Schuljahr könnte nach einem ruhigen Start für Lehrer und Schulbehörden noch anstrengend werden. Der ungebremste Flüchtlingszustrom bedeutet, dass Tausende schulpflichtige Kinder im Land integriert werden müssen. Im Juli lernten bereits fast 3400 ausländische Schüler in Mecklenburg-Vorpommern in eigens dafür eingerichteten Klassen Deutsch. An 85 Schulen gab es diese Sonderklassen. Dort bleiben die Kinder so lange, bis sie die Sprache gut genug beherrschen, um in eine Regelklasse zu wechseln. Aktuellere Daten liegen bisher nicht vor, heißt es aus dem Bildungsministerium. Sie würden derzeit erhoben.

Das Ministerium stellt sich auf eine weiter stark wachsende Zahl Flüchtlingskinder ein. Aktuell werden 100 Lehrer gesucht, um das Fach „Deutsch als Zweitsprache“ zu unterrichten. Am Geld werde es nicht scheitern, versichert Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD). Das Problem sei, dass solche Lehrer derzeit in ganz Deutschland gesucht werden. Deshalb erhalten pensionierte Pädagogen im Land in diesen Tagen einen Brief vom Minister, in dem sie gebeten werden, stundenweise auszuhelfen.

Die Eltern bittet Brodkorb um Verständnis. „Für unsere Kinder ist es nicht nur eine veränderte Situation, das Klassenzimmer mit Mitschülerinnen und Mitschülern zu teilen, die aus ihrem Heimatland geflohen sind und einem anderen Kulturkreis entstammen, sondern auch eine willkommene Chance, mehr Offenheit durch Annäherung und Freundschaft zu erwerben“, schreibt der Minister in einem Brief.

Sicher werde zunächst nicht alles so reibungslos verlaufen, wie sich dies alle wünschen, räumt er darin ein. „Allerdings möchten wir alles in unserer Macht stehende tun, um etwaige Probleme schnell zu lösen.“ Helfende Hinweise seien erbeten.

Die Ehrenamtsstiftung des Landes wird Brodkorb zufolge 100 000 Euro zur Förderung von Willkommensprojekten insbesondere an Schulen zur Verfügung stellen. Auch private Initiativen helfen. So verteilt der Verein „Junge Europäer“ aus Demmin Schulranzen-Sets an Flüchtlingskinder in Neubrandenburg, Rostock sowie Schwerin und Umgebung, wie der Vorsitzende Siegfried Logall berichtet.

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