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Phantom der Oper : Die ersten Schritte sind die schwersten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Christoph Carduck ist Tänzer des Musicals „Phantom der Oper“ – Wie schwer ist eigentlich das Tanzen? Ein Selbstversuch

von
erstellt am 08.Sep.2014 | 12:00 Uhr

„Und eins, zwei, drei – und Plie! Auf die Haltung achten. Schultern nach hinten, Rücken gerade“, ruft uns Christopher Carduck durch die Melodien der klassischen Musik zu. Ich versuche mein Bestes, drehe meine Füße in einem eigentlich unmöglichen Winkel nach außen, ziehe meinen Bauch ein und gehe mit gespreizten Beinen so weit wie möglich in die Hocke. Mein Hüftgelenk gibt ein nichts gutheißendes Knacken von sich. „Weiter nach außen drehen“, korrigiert Carduck meine Fußstellung, bis meine Oberschenkel zittern. „Sehr gut. Das waren die Grundlagen“

Christoph Carduck ist am Stage Theater Neue Flora in Hamburg Mitglied des Tanzensembles des Musicals „Phantom der Oper“. Er tritt in der Rolle des Schäfers und des Sklaventreibers auf. In geschmeidigen Pirouetten schwebt er dann über die Bühne, biegt sich hin und her und springt zusammen mit den anderen Tänzern durch dir Luft. Wenn er sich zu der klassischen Musik bewegt, sieht alles so einfach aus. Kein Wunder – Carduck tanzt, seitdem er elf Jahre alt ist. „Das war schon immer mein Traum“, meint er.

Ich hingegen habe von Ballett ungefähr so viel Ahnung, wie eine Kuh von Mathe. Das soll sich heute ändern. An einem Nachmittag will Carduck mir und anderen Kolleginen aus der Zeitungbranche die Grundschritte des Balletts näher bringen. Kein leichtes Unterfangen, bei uns Büro-Tieren. Und eins ist schon nach den ersten Übungen klar: Ballett, das ist kein Ponyhof.

Carducks ganzer Köper steht unter Anspannung, als er sein Bein bis weit über den Kopf streckt, doch sein Gesicht strahlt eine Ruhe aus – jahrelange Übung. „So jetzt ihr. Aber nur so weit ihr kommt“, fordert er uns heraus. Die Kunst dabei ist, das Bein nicht in die Luft zu schmeißen, sondern ganz langsam zu heben.

Immer wieder. Nach vorne, zur Seite, nach hinten und wieder von vorne. Die Muskeln brennen. Carduck merkt, dass wir nicht mehr können und legt eine kurze Pause ein. Während ich froh bin, meine Gelenke etwas entspannen zu können, setzt sich der Tänzer im Spagat auf den Boden, als sei es das Normalste der Welt. „Ich kann gar nicht mehr anders“, erzählt er. Selbst beim einfachen Gehen auf der Straße spreize er seine Füße nach außen. „Ich werde oft darauf angesprochen. Meine Freunde sagen auch immer: Man sieht, dass du ein Tänzer bist.“

Wer das Stück „Phantom der Oper“ nicht kennt, wird sich fragen, warum die Tänzer in einem Musical Ballett können müssen. Die Geschichte von Andrew Lloyd Webber spielt in der Oper in Paris, in der auch Ballettstücke aufgeführt werden. Hier lebt das Phantom, versteckt vor der Menschheit, bis es sich in die Tänzerin Christine verliebt.

Die Pause ist vorbei. „Einmal noch“, leitet uns Carduck an. Noch einmal geben wir unser Bestes, schmeißen die Beine, Arme und Tutus in die Höhe. Aber so richtig elegant will es einfach nicht aussehen. „Das war sehr gut“, lobt uns Carduck dennoch. „Mit der großen Ballettkarriere wird es nichts mehr, aber um Tanzen zu lernen, ist es nie zu spät.“

Darum geht es:

Paris im Jahr 1881: Tief unten in den Katakomben der Pariser Oper fristet das geheimnisvolle Phantom ein unheimliches und einsames Dasein. Von den Menschen gefürchtet, verbirgt die mächtige, mystische Gestalt ihr entstelltes Gesicht hinter einer Maske. Das Phantom verliebt sich in die Ballett-Tänzerin Christine, die durch ihn zum gefeierten Star der Pariser Oper wird. Seine Hingabe lockt ihn aus seinem unterirdischen in eine Beziehung, welche die junge Frau zu einer schicksalhaften Entscheidung zwingt.

Endlich zurück

Andrew Lloyd Webber schuf das „Phantom der Oper“. das weltweit bereits mehr als 130 Millionen Besucher begeisterte. Inszenierungen in 27 Ländern und über 50 internationale Auszeichnungen haben „das Phantom der Oper“ zum erfolgreichsten Musikcal aller Zeiten gemacht. Jetzt ist das „Phantom der Oper“ zurückgekehrt in das Stage Theater Neue Flora Hamburg, das extra für dieses Meisterwerk erbaut wurde. Das Original mit 8 Millionen faszinierten Zuschauern feierte hier 1990 seine umjubelte Premiere. 

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