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Unternehmen aus Wittenburg stellt innovative Verpackung her : Die Eierbox aus Mecklenburg

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Ein Unternehmen in Wittenburg hat eine Pappschachtel für Eier auf den Markt gebracht. Die Mecklenburger "Eggbox" besteht aus stabiler Wellpappe mit glatten, rundherum bedruckbaren Oberflächen.

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erstellt am 24.Jun.2013 | 07:19 Uhr

Wittenburg | Trotz Skandalen um die Haltung von Bio-Hennen oder Dioxin-verseuchtes Hühnerfutter greifen deutsche Verbraucher immer öfter zum Ei. Laut Statistik produziert allein Mecklenburg-Vorpommern mehr als eine halbe Milliarde Eier im Jahr, bundesweit sind es über zwölf Milliarden, Tendenz stark steigend. Die Rufe nach besserer Verbraucherinformation werden lauter. Der Handel wünsche innovative Verpackungen auch für Altbekanntes wie das Hühnerei, meint der Einzelhandelsverband. Ein junges Unternehmen in Wittenburg bei Hagenow hat vor drei Jahren eine patentierte Pappschachtel für Eier auf den Markt gebracht.


Anders als herkömmliche Faserguss-Packungen besteht die Mecklenburger "Eggbox" aus stabiler Wellpappe mit glatten, rundherum bedruckbaren Oberflächen, erklärt der Geschäfts führer der Eggbox GmbH, Helge Schultze. Die neu entwickelte Pappschachtel biete etwa die doppelte Informationsfläche wie bekannte Eier-Etiketten.

Obendrein werde das Material umweltfreundlich mit Stärke produziert. Damit könne die "Eggbox" nach Gebrauch über die Papiertonne recycelt werden.

Dabei gehen die Eierpappen-Tüftler noch einen Schritt weiter. Neben den normalen Verpackungen für zehn oder sechs Hühnereier brachten sie jetzt die erste Vierer-Pappe ins Supermarktregal.

"Kleinere Abpackungen sind praktisch angesichts der zunehmenden Zahl von Single-Haushalten in Deutschland", sagt der Referent für Lebensmittel und Umwelt beim Einzelhandelsverband Nord, Hans-Martin Bohac. Damit würden weniger Nahrungsmittel weggeworfen. "Der Handel will altbekannte Produkte immer wieder neu verpackt ins Regal stellen, um den Kunden anzusprechen."

Ein unverwechselbares Outfit sei gerade bei Produkten gefragt, die sich gleichen wie ein Ei dem anderen, erklärt der Verband der Wellpappen-Industrie. Insgesamt produzierte die Branche in Deutschland im vorigen Jahr mehr als 7,1 Milliarden Quadratmeter Wellpappe, wie es hieß. Mit dieser Menge ließe sich rechnerisch das halbe Bundesland Schleswig-Holstein oder gar dreimal das Saarland zupappen.

Die Wellpappe und die Konstruktion der "Eggbox" schützen nach Ansicht ihres Erfinders Hartwig Chamier von Gliszczynski rohe Eier sicher vor Bruch. Transporttests eines unabhängigen Prüfinstituts hätten die Stabilität der neuen Verpackung nachgewiesen, betont Firmenchef Schultze. Bedrucken ließe sich die Eierpappe individuell, sodass auch kleine Biobauern den Verbraucher über ihre spezielle Hühnerhaltung aufklären und ihr eigenes Design umsetzen könnten.

Handelsketten in Österreich und der Schweiz, Märkte in Süddeutschland, Griechenland, Polen, Russland und Luxemburg bieten frische Eier bereits in der "Eggbox" an, wie Schultze sagt. Neben großen Eierproduzenten gehörten auch Kleinsthalter wie etwa ein Landwirt auf der Nordseeinsel Amrum zu den Abnehmern der im Vergleich zu bisherigen Verpackungen um zehn Prozent teureren Pappschachteln.

Im Mai bedachte der Dachverband der Verpackungsmittelhersteller, die World Packaging Organisation mit Sitz in den USA, die Wittenburger "Eggbox" mit einem Innovationspreis "World Star Award".

Anfragen für eine Lizenzproduktion der Mecklenburger Eierpappe seien mittlerweile aus Neuseeland und Südafrika eingegangen, erklärt Schultze. Außer Eiern ließen sich auch Früchte wie Limetten oder Kiwis in den neuartigen Pappbehältern sicher verstauen, erklärt er.

Die Anfang 2010 gestartete Pappschachtel-Produktion in Wittenburg solle nun weiter ausgebaut werden, sagt der Unternehmenschef. Bisher seien rund drei Millionen Euro in das Eierpappen-Werk mit acht Beschäftigten investiert worden. Die derzeit neun Falt- und Klebe-Automaten könnten pro Jahr rund 30 Millionen Schachteln zusammenbasteln.

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