Müritz-Nationalparks : Die Dorfschöne aus Sand

Ein Frauenkörper  aus Erde an der B198 im Nationalparkdorf Carpin
Ein Frauenkörper aus Erde an der B198 im Nationalparkdorf Carpin

Eine reizvolle Idee hatten jetzt die Carpiner für ihr Dorf an der Mecklenburgischen Seenplatte. „Wir haben einen Frauenkörper“, sagt Bürgermeisterin Karin Doster-di Rosa.

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19. Dezember 2013, 11:45 Uhr

Adler, Kraniche, Fledermäuse oder Otter: Mit vielen Angeboten wollen Kommunen und Firmen Naturinteressierte in den Müritz-Nationalpark locken. Eine reizvolle Idee hatten jetzt die Carpiner für ihr Dorf an der Mecklenburgischen Seenplatte. „Wir haben einen Frauenkörper“, sagt Bürgermeisterin Karin Doster-di Rosa. Die kurvenreiche Sandskulptur sorge seit Kurzem am Nationalpark-Eingangsbereich direkt an der Bundesstraße 198 für Aufsehen. Gemeindearbeiter haben die Figur geformt, mit der bald auch ein praktischer Zweck verfolgt wird. „Im Frühjahr soll darauf ein Kräutergarten gepflanzt werden.“

Mit ihrer Idee stehen die Carpiner zwar nicht allein, fallen aber durchaus aus dem Rahmen. Insgesamt acht Info-Stellen betreut die Nationalparkverwaltung für das 31 000 Hektar große Schutzgebiet. Es umfasst den deutlich größeren Teil am „Ostufer der Müritz“ und den Teil „Serrahn“, wo 2012 ein Waldgebiet zum Unesco-Weltnaturerbe erklärt wurde. „Das ist für uns wunderbar“, versichert Doster-di Rosa. Die Buchenwälder, die einst einem Großherzog gehörten, werden zu den ältesten Europas gezählt. Wer dorthin will, fährt über Carpin.

In den acht Informationsstellen wurden 2013 rund 94 000 Touristen gezählt, rund 4000 weniger als 2012. Rund 53 000 Gäste kamen allein nach Federow bei Waren. Dort gibt es Kamerabilder live aus einem Fischadlernest, Führungen, einen Fahrradverleih. Der kleine Ort hat vier Gaststätten. Auf eine solche Entwicklung hoffen die Carpiner auch. „Wir freuen uns, wenn Gemeinden da auch aktiv werden“, sagt Nationalparksprecherin Ricarda Wittchow. In Kratzeburg gibt es eine „Fledermaus-Information“, in Boek eine Ausstellung zu den Fischteichen und ihren „tierischen Besuchern“.

Diese Schau ist auch für Blinde geeignet. Hier kamen 21 400 Gäste, rund 1300 Besucher weniger als 2012. In Neustrelitz hat sich die Besucherzahl halbiert. In Serrahn, das zu Carpin gehört, lockt seit wenigen Wochen eine multimediale Weltnaturerbe-Ausstellung. Allein durch die Unesco-Anerkennung kamen in diesem Jahr knapp 3800 Menschen in die Gegend – siebenmal mehr als sonst.

„Von der wachsenden Bekanntheit der Serrahner Buchen wollen wir auch profitieren“, sagt die Bürgermeisterin. So habe man bereits eine Streuobstwiese mit einem „Bauerngolfplatz“ angelegt. Dort wurde auch der „Liegende Körper“ platziert. „Die Form wurde wohl noch feiner ausgearbeitet und sie verändert sich manchmal auch noch“, erklärt Bürgermeisterin Doster-di Rosa. Im Kopfbereich der Sandskulptur sollen „Kräuter gegen Kopfschmerzen“ gepflanzt werden, auf dem Bauch „Kräuterpflanzen gegen Bauchschmerzen“.

Auch unter den Einwohner gebe es ein unterschiedliches Echo. „Manche sagen: ,So ein Quatsch‘, andere finden das sehr gelungen.“ Zudem sei dies nicht die erste „touristische Maßnahme“.

Die Gruppe habe auf dem Weg nach Serrahn schon einen Rastplatz mit Schach-Spiel an einer Buswendeschleife angelegt. Für 2014 wird mit einem weiteren Besucheranstieg für Serrahn gerechnet.

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