Ausstellung : Die Bilder sind wie ein Tagebuch

Eltern als Teddybären: Wolfgang Severin-Iben hat diesen Traum in ein Gemälde gebannt. Foto: Nadine Schuldt
Eltern als Teddybären: Wolfgang Severin-Iben hat diesen Traum in ein Gemälde gebannt. Foto: Nadine Schuldt

Seine Bilder wirken bunt, farbenfroh, lebenslustig und beschäftigen sich doch mit ernsten Themen. Ab 9. Januar zeigt Wolfgang Severin-Iben rund 50 seiner Gemälde in der Schweriner „Gallery Berger".

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04. Januar 2012, 07:26 Uhr

Bützow | Seine Bilder wirken bunt, farbenfroh, lebenslustig und beschäftigen sich doch mit ernsten Themen wie "Kain und Abel" oder den "Straßenbrüdern". Ab kommenden Montag, 9. Januar, zeigt Wolfgang Severin-Iben rund 50 seiner Gemälde in der Schweriner Gallery "Berger". "Es sind Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen", sagt der 61-Jährige. Heute bringt er sie in die Landeshauptstadt.

Dort stellt er u.a. Arbeiten über die Bützower "Straßenbrüder" aus. Es sei ein Thema, das heute immer noch an den Rand gedrängt wird, genauso wie die "Straßenbrüder" selbst am Rande der Gesellschaft stehen, erläutert Wolfgang Severin-Iben. Häufig sind auf seinen Bildern deswegen Menschen mit hageren Gesichtern und Körpern, die sich meist an abgelegenen Plätzen eines Ortes aufhalten, zu sehen.

Zum Thema "Träume" - zum Teil schrille, skurrile Personen, Plüschfiguren, die wie Menschen daher kommen - hat er ebenfalls gemalt. "Eines Abends kamen meine Eltern in mein Zimmer und waren selbst Teddys", erzählt er von einem einst immer wiederkehrenden Traum, den er in einem Bild verarbeitet hat.

Ebenfalls in Schwerin zu sehen: Gemälde von seinem seinem Aufenthalt in Rumänien. "Ich war 1989 in Siebenbürgen und mich fasziniert heute noch die Lebensfreude, die Kraft, aber auch die Melancholie und die Hoffnung der Zigeuner, die auch immer Ausgegrenzte waren und sind", erklärt der 61-Jährige. Diese Gemälde waren Ende 2011 im Bützower Kunsthaus zu sehen.

Severin-Iben lässt einen ganzen Farbenregen auf diese Bilder niederprasseln. Deutlich wird das u.a. beim Gemälde "Die Zigeuner kommen". Die Szenerie ist klar: Menschen rasten auf einem Platz, die Pferde sind ausgespannt, eine Zigeunerin tanzt eine wilden Wirbel. Den anderen Menschen ist die Freude über diesen Anblick quasi ins Gesicht gemalt und der Himmel ist in eine rosa-violette Stimmung getaucht. "Für mich sind all die Bilder wie ein Tagebuch, dass ich dauernd fort schreibe", sagt Wolfgang Severin-Iben.


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