Studie : Die beste Paartherapie

Wissenschaftlich belegt: Körperliche Nähe bestätigt Paare in ihrem Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Wissenschaftlich belegt: Körperliche Nähe bestätigt Paare in ihrem Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Wer häufiger Sex hat, ist auch in der Beziehung zufriedener / Knapp knapp jedes zehnte deutsche Paar lebt enthaltsam

svz.de von
10. Juni 2018, 05:00 Uhr

Über 7000 Paare hat das Vermittlungsportal Elitepartner befragt, wie häufig sie in den letzten zwölf Monaten Sex hatten. Demnach haben drei Viertel der Paare mindestens einmal im Monat Sex, jedes vierte Paar sogar mehrmals pro Woche. Und die sexuelle Zufriedenheit? Die ist im ersten Beziehungsjahr am höchsten und hängt signifikant mit Sexhäufigkeit und Beziehungszufriedenheit zusammen, wie statistische Analysen zeigen. Damit ist belegt: Wer häufiger Sex hat, ist auch in seiner Beziehung zufriedener.

Vier von zehn Paaren zwischen 18 und 69 Jahren landen mindestens einmal pro Woche im Bett. Ein weiteres Drittel (35 Prozent) vergnügt sich zwar nicht jede Woche, aber zumindest einmal oder mehrmals im Monat. Damit haben drei von vier Paare ein stabiles, regelmäßiges Sexleben. Das heißt aber auch: Ein Viertel der Paare lebt Sexualität nicht oder nur sehr unregelmäßig aus: In jeder siebten Beziehung (14 Prozent) spielt Sex zwar eine Rolle, findet aber seltener als einmal im Monat statt, ein knappes Zehntel hat im letzten Jahr trotz Beziehung enthaltsam gelebt (9 Prozent).

Statistisch belegt: Paare, die häufig Sex haben, führen glücklichere Beziehungen. Die Studie zeigt auch, dass es einen Zusammenhang zwischen einem erfüllten Sexleben und der allgemeinen Zufriedenheit mit der Beziehung gibt. Wer häufig mit seinem Partner im Bett landet, ist auch in seiner Beziehung zufriedener, oder auch: Wer in seiner Beziehung zufrieden ist, landet häufiger im Bett.

Diplom-Psychologin Lisa Fischbach betont, wie sehr es sich lohnt, in ein erfülltes Sexleben zu investieren: Sex ist eine Form der Kommunikation. Auch wenn viele andere Faktoren auf die Paarzufriedenheit einwirken, so hat befriedigender Sex auch immer einen stabilisierenden Effekt. Die eigene Lust auszuleben, körperliche und emotionale Nähe beim Küssen oder Kuscheln bestätigen Paare in ihrem Gefühl der Zusammengehörigkeit und Liebe.

Nach einem Jahr Beziehung nimmt die Sexhäufigkeit ab, aber auch Langzeitpaare bleiben aktiv. Die Ergebnisse machen ebenfalls deutlich, wie sich das Sexleben im Laufe einer Beziehung verändert. Je frischer die Liebe, desto häufiger sind Frauen und Männer in Deutschland im Schnitt sexuell aktiv. Während in der frühen Phase zwischen drei Monaten und einem Jahr Beziehungsdauer noch die Mehrheit der Paare (61 Prozent) mehrmals pro Woche Sex hat, sind es zwischen drei und fünf Jahren nur noch ein knappes Drittel (32 Prozent).

Je länger Paare zusammen sind, desto größer ist auch der Anteil derjenigen, die nur alle paar Monate oder gar nicht mehr im Bett landen. Ab fünf Jahren Beziehungsdauer liegt dieser Anteil bei 19 Prozent, in über zehnjährigen Beziehungen bei 26 Prozent und ab 20 Jahren Beziehungsdauer bei 35 Prozent. Das bedeutet aber auch: Selbst in Beziehungen, die 20 Jahre oder länger andauern, haben noch fast zwei Drittel der Paare zumindest einmal im Monat Sex, ein knappes Drittel sogar mindestens einmal pro Woche.

Insgesamt ist die sexuelle Zufriedenheit der Paare in Deutschland hoch. Knapp zwei Drittel sind mit ihrem Sexleben zufrieden oder sehr zufrieden. Doch ähnlich wie die Sexhäufigkeit verändert sich auch die sexuelle Zufriedenheit im Laufe der Beziehung: 87 Prozent der Paare, die zwischen drei Monaten und einem Jahr zusammen sind, sind mit ihrem Sexleben zufrieden. Nach einem Jahr Beziehungsdauer fällt die sexuelle Zufriedenheit dann aber deutlich ab. Bei Langzeitpaaren ab zehn Jahren Beziehungsdauer stabilisiert sie sich ungefähr bei 60 Prozent.

Insgesamt sind Frauen tendenziell etwas zufriedener mit ihrem Sexleben als Männer, jedoch auch in Abhängigkeit vom Alter. Unter 30 Jahren liegt die sexuelle Zufriedenheit beider Geschlechter bei gut 70 Prozent. Mit dem Alter nimmt sie ab, aber in unterschiedlichem Maße, denn die sexuelle Zufriedenheit von Männern sinkt etwas schneller. Zwischen 40 und 49 Jahren sind nur noch 63 Prozent der Frauen und 57 Prozent der Männer mit ihrem Sexleben zufrieden, 23 Prozent der Männer geben sogar ganz offen zu, dass sie unzufrieden sind. Ab 50 nimmt diese Unzufriedenheit wieder etwas ab, die Zufriedenheit steigt aber nur unwesentlich.

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