Ostseeküste : Die Badesaison ist eröffnet

Rettungsschwimmer Woitech Lonski bereitet in Heringsdorf die Saison vor.
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Rettungsschwimmer Woitech Lonski bereitet in Heringsdorf die Saison vor.

Trotz Bibbertemperaturen: Die ersten Rettungsschwimmer beziehen die Türme an der Ostsee

svz.de von
28. April 2017, 20:00 Uhr

Die ersten Seebäder an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern starten in die Badesaison. Obwohl die Ostsee mit sechs bis sieben Grad noch nicht wirklich zum Baden einlädt, besetzen Rettungsschwimmer an diesem verlängerten Wochenende die ersten Haupttürme. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) beginnt ab Samstag in Graal-Müritz, Kühlungsborn, Sellin, Zempin und Göhren mit der Bewachung der Strände. „Wir sind gut gewappnet für die Saison“, sagte DLRG-Landessprecher Thorsten Erdmann. Die Wasserwacht des DRK startet in Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin und Zinnowitz (Insel Usedom) traditionell am 1. Mai in die Saison, wie Wasserwacht-Einsatzleiter Thomas Powasserat sagte.

Rund 2800 ehrenamtliche Rettungsschwimmer von DLRG und Wasserwacht sorgen in diesem Jahr an den Stränden von 43 Küstenorten und an 55 Binnen-Badestellen für Sicherheit am und im Wasser. Das bevorstehende verlängerte Wochenende nutzen viele Ortsgruppen, um die Wachtürme flottzumachen und Bojen zu setzen, sagte Erdmann. Die anderen Seebäder entlang der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste starten Mitte bis Ende Mai in die Saison.

In der Regel werden in der Vorsaison nur die Haupttürme besetzt. Der Mai und Juni seien schwierige Monate, da Schüler und Studenten noch keine Ferien hätten, sagte Powasserat. Trotzdem finde jeder der möchte, einen bewachten Badestrand, ergänzte DLRG-Sprecher Erdmann.

Mit den steigenden Urlauberzahlen würden auch die Nebentürme Zug um Zug besetzt. Dennoch freue man sich über jeden Ehrenamtler, der sich für Mai und Juni noch für einen Einsatz melde. Die Rettungsorganisationen hatten in den vergangenen Jahren immer wieder einen Nachwuchsmangel beklagt. Nach Angaben der Wasserwacht zeichnet sich inzwischen aber ein leichter Gegentrend ab. „Wir haben den Eindruck, dass sich mehr Rettungsschwimmer für einen Dienst auf den Wachtürmen melden.“ Auch würden wieder mehr Jugendliche eine Ausbildung beginnen. Powasserat führt die Entwicklung auf die aktive Werbung bei Schülern und Studenten zurück.

Auch die DLRG verspürt eigenen Angaben zufolge steigendes Interesse an der Tätigkeit als Rettungsschwimmer. „Unsere Rettungsschwimmer-Intensivkurse an der Ostsee kommen sehr gut an“, sagte Erdmann. Unter dem Motto „Wir retten deine Ferien“ führt die DLRG auch in diesem Jahr vier einwöchige Ausbildungskurse zum Rettungsschwimmer durch.

Beide Rettungsorganisationen appellierten an die Badegäste, die Hinweise der Rettungsschwimmer ernst zu nehmen und Badeverbote – wie bei gefährlichen Nordost-Strömungen – einzuhalten. Es gebe zunehmend mehr Urlauber, die bewusst die Hinweise der Helfer ignorierten, sagten die Sprecher übereinstimmend. „Die Ostsee ist keine Schwimmhalle.“

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