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Panzergrenadiere in Torgelow nach Afghanistan verabschiedet : "Die Angst ist mit dabei"

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Timm D. gehört zu den rund 2000 Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 "Vorpommern", die am Freitag in Torgelow feierlich in einen der längsten Afghanistan-Einsätze der Einheit verabschiedet wurden.

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erstellt am 25.Nov.2011 | 09:11 Uhr

Torgelow | Timm D. hat seine innere Einstellung vor einer großen Aufgabe gefunden: "Die Angst ist mit dabei, aber das ist auch nötig, sonst passieren Fehler." Der 21-jährige Soldat auf Zeit aus dem mecklenburgischen Hagenow gehört zu den rund 2000 Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 "Vorpommern", die am Freitag in Torgelow feierlich in einen der längsten Afghanistan-Einsätze der Einheit verabschiedet wurden.

Es ist der erste Einsatz am Hindukusch für den jungen Mann. Über 15 Monate gehen die Soldaten aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt in den Auslandseinsatz unter dem Kommando der Internationalen Schutztruppe Isaf. Dass es nicht einfach wird, machte Divisionskommandeur Erich Pfeffer deutlich: "Wir haben uns schon mit den Themen Tod und Verwundung beschäftigt."

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich nach Angaben der Isaf-Kommandoführung zwar verbessert, gilt aber in der Region Kunduz immer noch als angespannt. "Es wird ein Einsatz, der sie gelegentlich an ihre Grenzen bringen kann", sagt der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, auf dem Verabschiedungsappell in Torgelow. Die Ausrüstung der Bundeswehr sei in Afghanistan aber inzwischen stark verbessert. "Davon habe ich mich selbst überzeugt", sagte Königshaus.

Oberstleutnant Richard Stetten aus Eutin geht bereits zum dritten Mal nach Afghanistan. Von Angst will er nicht sprechen, "Respekt vor der Aufgabe", nennt es Stetten, der zu den Aufklärern gehört. Er hat beobachtet, dass sich die Sicherheitsstrukturen am Hindukusch langsam festigen. "Das führt dazu, dass schon 20 Prozent der afghanischen Bevölkerung in Regionen lebt, die unter dem Kommando heimischer Sicherheitskräfte stehen", schildert Divisionskommandeur Pfeffer. Das aber erfordere eben noch größere Flexibilität von den deutschen Soldaten, die zusammen mit den afghanischen Sicherheitskräften unterwegs sind. "Es gibt keine absolute Sicherheit, das hat unsere Division schon schmerzlich erfahren", gibt Pfeffer den Soldaten mit auf dem Weg. Mit solchen Gedanken geht auch der 21-jährige Timm D. "Ein bisschen Angst ist bei uns allen dabei", sagt der gelernte Koch, der aus Niedersachsen stammt und erst seit elf Monaten beim Militär ist. Doch das sei jetzt bis Ende 2014 sein Beruf. Die Einheit, mit der er in den Auslandseinsatz geht, sei für ihn wie eine Familie.

Es könnte auch der letzte Einsatz am Hindukusch für den jungen, ledigen Soldaten sein. Denn fast zeitgleich laufen die politischen Bemühungen weltweit auf Hochtouren, wie es nach dem Abzug der Isaf-Truppen nach 2014 weitergehen soll. Am 5. Dezember ist in Bonn eine internationale Konferenz zu Thema mit Vertretern aus 100 Ländern geplant.

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