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Erste Zelte bereits aufgeschlagen : Die abgehärteten Camper von Prerow

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Es übt auf viele Menschen einen Reiz aus: das Camping. Insbesondere die Nähe zur Natur ist es, die Campingfreunde in ihren Bann zieht. Lutz und Angela Braune freuen sich, dass die neue Saison endlich losgeht.

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erstellt am 24.Apr.2013 | 09:52 Uhr

prerow | Es übt auf viele Menschen einen besonderen Reiz aus: das Camping. Aber insbesondere ist es die Nähe zur Natur, die Campingfreunde in ihren Bann zieht. Das können auch Lutz und Angela Braune aus Jüterbog in Brandenburg bestätigen. Das Ehepaar kommt seit 1980 zum Dauercampen nach Prerow auf den Darß. "Wir sind sehr naturverbunden und genießen die Freiheit und den Hauch von Abenteuer beim Camping. Hier verbringen wir unsere Wochenenden und unseren Urlaub", erzählt Lutz Braune. Nach all den Jahren kenne man sich schon auf dem Platz, es herrsche eine große Vertrautheit unter den Campern. Die Braunes freuen sich, dass die neue Saison nun endlich losgeht. In diesen Tagen bauen sie ihre kleine "Festung", bestehend aus Wohnmobil und Vorzelt, auf. "Eigentlich kommen wir sonst sogar schon zu Ostern her, aber dazu war es in diesem Jahr zu kalt", so Braune weiter. "Das haben wir in über 30 Jahren noch nicht erlebt. Zwar lag das Osterfest in diesem Jahr sehr früh, aber auch in anderen Jahren waren wir immer rechtzeitig hier, wenn wir nicht aus anderen Gründen verhindert waren."

In der Tat hat sich der Saisonauftakt durch den langen Winter etwas verzögert. "Dadurch konnten die Campingplatzbetreiber mit den entsprechenden Arbeiten und Vorbereitungen erst verspätet beginnen", erklärt Gerd Scharmberg, Vorstandsmitglied des Verbands für Camping- und Wohnmobiltourismus in Mecklenburg-Vorpommern e.V. und Mitglied der Geschäftsleitung der Regenbogen AG. Bis Himmelfahrt, dem inoffiziellen Saisonstart, müssen sie nun Gas geben, damit alles rechtzeitig fertig ist. Sanitär- und Trinkwasseranlagen werden wieder in Betrieb genommen, Reparaturen und Neuerungen stehen an, die Außenanlagen müssen hergerichtet werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt sei das Schulen und Gewinnen von Personal; Mitarbeiter werden händeringend gesucht, so Scharmberg. Die Ursache sieht er vor allem in den ungünstigen Arbeitszeiten: "In der Tourismusbranche Beschäftigte müssen auch und gerade sonn- und feiertags und häufig bis spät abends arbeiten - da bleibt zum Beispiel kaum noch Zeit, sich mit Freunden zu treffen."

Unterdessen erfreut sich das Camping im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern großer Beliebtheit: Rund vier Millionen Übernachtungen pro Jahr verzeichnen die etwa 170 Campingplätze des Landes. Die Gäste kommen hauptsächlich aus Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Berlin und Brandenburg - und natürlich aus MV. Das Einzugsgebiet erstreckt sich in etwa auf einen Radius von 4,5 Stunden Fahrtzeit - je länger die Anfahrtszeit, desto länger auch die Verweildauer.

Längst schon hat sich das Klischee des einfachen Urlaubs, fern von jeglichem Luxus und Komfort, aufgelöst. "Campingurlaub hat eine große wirtschaftliche Bedeutung für MV", sagt Gerd Scharmberg. "Komfort und Ausstattung der Plätze sind inzwischen stark verbessert worden, viele Campingplatzbetreiber halten für ihre Gäste zum Beispiel Sport- oder Wellness-Angebote bereit."

Der durch den verzögerten Saisonauftakt entstandene wirtschaftliche Verlust halte sich indessen in Grenzen. Im März und April sei auf den Campingplätzen des Landes ohnehin noch nicht so viel los, die Saison habe sich eher ein wenig nach hinten verschoben. Außerdem bleibt die Hoffnung auf einen goldenen Herbst, der die Geschäftszeit bis in den Oktober hinein verlängern kann. Dann lockt unter anderem das großartige Schauspiel ziehender Kraniche scharenweise Naturfreunde an die Mecklenburgische Seenplatte und auch auf die Campingplätze.

Doch Campingfans sind generell hart im Nehmen und trotzen zum Teil auch widrigen Bedingungen wie Schneefall, Sturm und Kälte. Und so finden sich auch im Winter vereinzelt Dauercamper in ihren kuschelig beheizten Wohnmobilen ein. Bei langen Spaziergängen an den oft menschenleeren Stränden finden sie die Ruhe, die im hektischen Alltag häufig fehlt. Für Lutz Braune und seine Frau ist eines jedenfalls Fakt: "Mit dem Camping ist das so: Entweder man liebt es oder man hasst es, aber wenn man es einmal liebgewonnen hat, kommt man so schnell nicht mehr davon los."

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