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Fischbrötchen : Deutschlands leckerste Zwischenmahlzeit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Warum Fischbrötchen so gesund sind, wo sie am besten schmecken – und welchen Fisch wir mit gutem Gewissen verspeisen können

Ein knuspriges Brötchen, dann das knackige Salatblatt, eine würzige Sauce und schließlich das Herzstück: leckerer, frischer Fisch. Ob in Teighülle, geräuchert oder eingelegt. Der Biss ins Fischbrötchen ist wie Urlaub. Und noch dazu ist er, zumindest größtenteils, gesund. Seefisch besteht zu einem knappen Fünftel aus hochwertigem Eiweiß und liefert noch dazu Vitamine, Mineralstoffe und reichlich Jod. Da der Boden in Deutschland das Spurenelement nur in geringer Menge enthält, sind auch die hier produzierten Lebensmittel arm an Jod – umso wichtiger ist die zusätzliche Aufnahme, zum Beispiel in Form von Fisch. Wenn das mal kein gutes Argument für das nächste Heringsbrötchen ist.

Spätestens seit den ersten warmen Sonnentagen des Jahres locken die zahlreichen Fischbuden an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns wieder maritime Schlemmermäuler an. Ob mit Matjes, Backfisch oder Krabben: Fischbrötchen gibt es wie Sand am Meer, aber was trennt die Spreu vom Weizen? Echte Fans wissen: Ein gutes Fischbrötchen ist eine Kunst. Von der Konsistenz des Brötchens über die Gewürze in der Sauce bishin zur Größe der Zwiebelstückchen kann man viel falsch machen. Buden und Imbisse, die viel richtig machen, findet man im „Fischbrötchen Report“, dem ersten Wegweiser für die leckersten maritimen Snacks, den vor Kurzem ein Hamburger Kleinverleger auf den Markt gebracht hat.

Aufgeteilt nach den Regionen Nordwest-Mecklenburg, Fischland, Darß, Zingst, Rügen, Hiddensee und Stralsund (Band 1) sowie Müritz, Mecklenburgische Seenplatte, Küste Ostvorpommern und Usedom (Band 2) findet man darin Empfehlungen für Orte, an denen nicht nur das Brötchen schmeckt, sondern auch die Atmosphäre stimmt. Dazu gibt es Ausflugstipps in der Umgebung der Fischbuden – ob Wassersport, Museen oder Naturerlebnisse.

Besonders die Räucherfisch-Tradition wird im Nordosten hoch gehalten. „Spicken“ nennen die Älteren das Räuchern, und „Spickköken“ genannte Räucherküchen gab es gegen Ende des 19. Jahrhunderts in jedem Dorf. Auch heute kommen Genießer an vielen Fischbuden noch in den Genuss frischgeräucherten Inhalts für die Küsten-Stulle. Würzig-aromatische Schwaden, die aus den kleinen Räucheröfen in die Nase steigen, gibt es gratis dazu.

Wie viel Fisch wir essen

15,2 Kilogramm Fisch hat der Durchschnittsdeutsche im Jahr 2012 verzehrt, wie aus Daten des Fisch-Informationszentrums (FIZ) in Hamburg hervorgeht. Zum Vergleich: Der Fleischkonsum war laut BUND-„Fleischatlas“ mit 60 Kilogramm rund viermal so hoch. Am liebsten verspeisen die Deutschen Fische aus dem Meer. Alaska-Seelachs, Hering, Lachs, Thunfisch und Pangasius deckten rund zwei Drittel des Fischverbrauches in Deutschland ab (siehe Info-Grafik).

Nur gut ein Zehntel der hierzulande konsumierten Meerestiere stammen laut FIZ aus Eigenproduktion der deutschen See- und Binnenfischerei sowie Aquakulturen. Der Großteil wird folglich importiert.

Welchen Fisch wir essen dürfen

Überfischung und Umweltschäden durch zweifelhafte Fangmethoden können einem den Fisch-Appetit ganz schön verderben. Welchen Fisch darf man überhaupt noch mit gutem Gewissen essen? Antworten darauf liefert der „Einkaufsratgeber Fisch“ der Umweltorganisation Greenpeace, der jeweils zu Jahresbeginn erscheint und kostenlos im Internet erhältlich ist. Die Empfehlungen für 2014: Auf Makrele, Aal und Rotbarsch sollten umweltbewusste Fischesser verzichten, Karpfen können Sie unbedenklich genießen. Wer sich genau über Fangmethoden und Fanggebiete einer Art informiert, findet auch noch andere Fische, die auf den Teller dürfen. Einzelne ökologisch nachhaltige Fischereien gibt es zum Beispiel noch bei Hering, Thunfisch oder Kabeljau. Auch den Fischbrötchen-Klassiker mit Lachs darf man noch genießen, sofern er aus dem Nordwest- oder Nordostpazifik stammt. „Wer als Betreiber einer Fischbrötchentheke etwas auf sich hält, dürfte wissen, woher sein Fisch stammt“, heißt es im Fischbrötchen Report. Gerade der Fisch, den wir laut Statistik des Fisch-Informationszentrums am meisten essen, sollte laut Greenpeace allerdings absolut tabu sein: der Alaska-Seelachs. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Sprotten aus Nord- und Ostsee, die per Ringwaden-Netz gefangen werden, dürfen Sie ohne Bedenken genießen.

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