Deutschland macht Inventur

Silke Stellmacher ist eine von 155  Interviewern für die Hansestadt  Rostock. roese
Silke Stellmacher ist eine von 155 Interviewern für die Hansestadt Rostock. roese

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09. Mai 2011, 07:12 Uhr

Rostock | Die Erhebungsbeauftragten des Zensus 2011 stehen in den Startlöchern: In ganz Deutschland sind ab heute Interviewer unterwegs, um Daten über Haushalte, Einwohner und Wohnsitze zu sammeln. Allein in Rostock sind es 155 Freiwillige, die sich bereit erklärt haben, die ausgewählten Haushalte aufzusuchen und zu befragen.

Silke Stellmacher ist eine von bundesweit 80 000 ehrenamtlichen Interviewerinnen. "Mein Studiengang beschäftigt sich mit solchen Datenerhebungen. Wir arbeiten mit genau diesen Zahlen", erklärt die Studentin der Sozialwissenschaften. Da sei es spannend, einmal selbst bei einer Erhebung mitzumachen. Eine Freundin habe die 21-Jährige auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, sich als Interviewerin beim Zensus 2011 zu bewerben. Silke Stellmacher war sofort begeistert. Die Idee eines Zensus findet sie gut: "Es ist doch interessant und gut zu wissen, wie viele Menschen in unserem Land leben." Bevor die 21-Jährige mit ihrem Studium begonnen hat, sei es ihr nicht bewusst gewesen, wie viele Erhebungen es gibt, erzählt sie. "Ich war erstaunt, wie vielfältig die Verwendung der Daten ist. Und wofür sie dringend gebraucht werden."

Beworben hat sich die Rostockerin bereits im November des vergangenen Jahres. Daraufhin habe sie eine Einladung zur Schulung in das Hauptverwaltungsamt bekommen. Ab heute ist die Studentin nun in Rostock unterwegs, um gemeinsam mit den anderen Erhebungsbeauftragten, an die Türen von insgesamt 8600 Rostocker Haushalten zu klopfen. Bei 80 Einwohnern muss Silke Stellmacher die Daten erheben. Es dauert etwa eine Viertelstunde, den Fragebogen auszufüllen. Die Aufgabe der Studentin ist es, die Befragten bei dem Ausfüllen der 46 Fragen auf dem Bogen zu unterstützen. In einem Zeitraum von drei bis vier Wochen muss sie die Daten gesammelt haben. Bis zum 27. Mai soll sie sich einmal bei der Erhebungsstelle gemeldet und möglichst schon einen Teil der Unterlagen eingereicht haben. Im Juni wird dann der Rest abgegeben.

Ausgebildet wurde Silke Stellmacher von Carmen Becke, der Erhebungsstellenleiterin für den Bereich Rostock. In einer dreieinhalbstündigen Schulung hat die Studentin eine Einweisung in den Fragebogen bekommen und wurde sorgfältig auf die anstehende Aufgabe als Interviewerin vorbereitet. Wenn sie sich jetzt auf den Weg zu den Befragten macht, hat sie ihren Ausweis als Erhebungsbeauftragte, den Fragebogen in zwölf verschiedenen Sprachen - damit eine Sprachbarriere kein Hindernis für die Auskunft darstellt - und einen braunen Umschlag im Gepäck. In diesem sollen die erhobenen Daten sorgfältig verschlossen und so der Datenschutz gewährleistet werden. Auf den Datenschutz hat die Erhebungsstellenleiterin während der Schulungen eindringlich hingewiesen. Besonders wichtig sei es, das Statistikgeheimnis zu wahren. Die Nichtbeachtung der Sicherheitsbestimmungen sei strafbar.

Dass die Daten vertraulich behandelt und nur zum Zwecke des Zensus 2011 genutzt würden, da ist sich Silke Stellmacher sicher. Für sie jedenfalls ist es selbstverständlich, nichts an Dritte weiterzugeben.

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