Mecklenburg-Vorpommern : Deutsches Kinderhilfswerk fordert mehr Engagement gegen Kinderarmut

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MV weist deutlich bessere Zahlen auf, als in den zurückliegenden Jahren.

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04. November 2019, 15:55 Uhr

Die Kinderarmut ist in den zurückliegenden zehn Jahren in keinem Bundesland so deutlich gesunken wie in Mecklenburg-Vorpommern. Wie das Deutsche Kinderhilfswerk am Montag unter Hinweis auf eine aktuelle Auswertung der Armutsgefährdungen mitteilte, sank die Quote im Nordosten in diesem Zeitraum um 6,8 Prozentpunkte auf 27,7 Prozent.

Weiterhin zweithöchsten Anteil armer Kinder

Trotz dieses Rückgangs verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern noch immer den zweithöchsten Anteil armer Kinder, vor Bremen (35,8) und knapp hinter Sachsen-Anhalt (27,3). Die niedrigste Armutsgefährdungsquote für Kinder gab es demnach in Bayern mit 12,9 Prozent. Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, sind in allen Bundesländern Kinder häufiger von Armut bedroht als Erwachsenen.

Während aber in Bayern der Unterschied mit 1,5 Prozentpunkten marginal ist, beträgt er in Mecklenburg-Vorpommern 8,0, in Sachsen-Anhalt 9,1 und in Bremen gar 15,6 Punkte.

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„Natürlich ist Kinderarmut eng mit der Armut der Eltern verknüpft, aber die unterschiedliche Entwicklung der Armutsquoten von Kindern und Erwachsenen zeigt, dass das Problem einer eigenständigen Lösung bedarf“, betonte der Präsident des Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger.

Wichtige Schritte zur Bekämpfung von Kinderarmut

Das kürzlich in Kraft getretene „Starke-Familien-Gesetz“ und die Änderungen beim Bildungs- und Teilhabepaket seien wichtige Schritte zur Bekämpfung der Kinderarmut. Dem müsse nun aber möglichst zügig eine Kindergrundsicherung folgen. „Die Förderung armer Kinder und ihrer Familien sowie unbürokratische Zugänge zu armutsvermeidenden Leistungen gehören auf der Prioritätenliste ganz nach oben“, mahnte Krüger.

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Er unterstützte die Forderung des Bündnisses Kindergrundsicherung, das einen Betrag von monatlich 628 Euro als bedarfsgerecht betrachtet, um Kindern eine Entwicklung unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie zu ermöglichen.

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