Deutsche Meister im Löschen gesucht

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Kuppeln der Schläuche unter Zeitdruck. Anne Schubert (3)

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25. Juli 2012, 07:58 Uhr

Rostock | Die Feuerwehren im Land zählen bereits die letzten verbleibenden Stunden bis zum Höhepunkt des Jahres. In Cottbus wird heute die Deutsche Meisterschaft im Feuerwehrsport mit über 1300 Teilnehmern eröffnet. Unser Bundesland tritt in der Kategorie Sport an, welches mit fast 40 Kameraden sowohl zwei Frauen- als auch zwei Männermannschaften in das Rennen um die Titel schickt. Das Team setzt sich aus vielen Mitgliedern der Wehren fast aller Landkreise zusammen. So sind aus der Mecklenburgischen Seenplatte Kameraden aus Schwarz, Plasten und Bollewick vertreten.

Bereits gestern hatten sich die Teilnehmer auf den Weg Richtung Cottbus gemacht. Am heutigen Abend findet bereits ein erster Höhepunkt des gesamten Wettkampfes statt. Im Hakenleitersteigen, welches nur von den Männern bestritten wird, werden sich die Besten Deutschlands messen. Ziel dieser Disziplin ist es, mit einer vier Meter langen und acht Kilogramm schweren Hakenleiter einen dreistöckigen Turm hinaufzusteigen. Das Ziel befindet sich in zehn Metern Höhe und der aktuelle deutsche Rekord liegt bei 14,30 Sekunden.

Morgen beginnen bereits 7.30 Uhr die Vorläufe der 100 Meter-Hindernisbahn der Frauen und Männer. Hierbei gilt es in möglichst kurzer Zeit 100 Meter mit feuerwehrtechnischen Hindernissen zu überwinden. Das erste Hindernis bildet bei den Männern eine zwei Meter hohe Eskaladierwand. Fünf Meter hinter dem

ersten Hindernis sind zwei Schläuche aufzunehmen (Gesamtgewicht fünf Kilogramm), mit denen dann ein neun Meter langer und 1,20 Meter hoher Laufbalken zu überqueren ist. Die letzte Station vor dem Ziel ist dann das richtige Kuppeln der Schläuche, unter anderem an einen bereitstehenden Verteiler und ein von Beginn an mitgeführtes Strahlrohr. Bei den Frauen hält den Rekord momentan Stephanie Marek (Feuerwehr Charlottenthal) mit 18,20 Sekunden.

Am Nachmittag findet dann die 4 x 100m-Hindernisstaffel statt. Besonders spektakulär bei dieser Disziplin ist bei den Männern das Hindernis des Startläufers, der ein fünf Meter langes und über zwei Meter hohes Haus mit Hilfe einer Leiter überwinden muss. Bei den Frauen steht an dieser Position eine zwei Meter hohe Leiterwand. An zweiter und dritter Position folgen die Eskaladierwand oder Hürde und der Laufbalken mit Kuppeln an den Verteiler. Das imposante Ende bietet dann der Feuerläufer, dessen Ziel es ist, ein Feuer mit Hilfe eines Feuerlöschers im Vorbeilaufen zu löschen. Die Zeiten für diese Disziplin liegen bei den Männern um die 63 Sekunden und bei 70 Sekunden bei den Frauen. Am letzten Wettkampftag beginnen die Frauen mit der Gruppenstafette. Hierbei gilt es eine Vielzahl feuerwehrtechnischer Aufgaben in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen. Auch hier halten die Mecklenburger Frauen den aktuellen deutschen Rekord, der ebenfalls in Zeulenroda dieses Jahr aufgestellt wurde (83,93 Sekunden). Am frühen Nachmittag finden dann die Finalläufe der Männer und Frauen in der 100-Meter-Hindernisbahn statt. Den Abschluss der Wettkampfveranstaltungen bildet der Löschangriff Nass, der auch auf Landesebene in vielen verschiedenen Orten des Landes in Wettkämpfen (zum Beispiel MV-Cup) ausgetragen wird.

In den vergangenen Wochen hat sich gezeigt, dass das Team Mecklenburg-Vorpommern mit Frauen und Männern beim Kampf um die Titel ganz vorne mitspielen wird. Neben den bereits genannten Disziplinen wird es auch Wettkämpfe für die Jugendfeuerwehren und in den traditionellen Disziplinen geben. Für die Jugend tritt aus Mecklenburg-Vorpommern unter anderem Dabel (Kreis Ludwigslust-Parchim) an. Bei den traditionellen gehen sogar vier Wehren unseres Bundeslandes an den Start, neben Stove (Kreis Nordwestmecklenburg) und Neubrandenburg werden auch die Mitglieder der Wehren aus Hohewisch und Fahrbinde (beide Kreis Ludwigslust-Parchim) ihr Können unter Beweis stellen.

Einen besonderen Anreiz bieten die Deutschen Meisterschaften weiterhin, weil sich die Sieger und Zweit- bis teilweise Drittplatzierten für die XV. Internationale Feuerwehrolympiade des CTIF nächstes Jahr in Mulhouse in Frankreich qualifizieren.

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