Kriminalität in MV : Deutlich mehr Straftaten

Die Straftaten in MV sind im Vergleich zu 2015 um 4,9 Prozent gestiegen
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Die Straftaten in MV sind im Vergleich zu 2015 um 4,9 Prozent gestiegen

Im Land steigt die Kriminalität – dazu haben auch junge Ausländer beigetragen. Auch ohne diese Fälle gab es für die Polizei mehr zu tun

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04. April 2017, 20:45 Uhr

Die Zahl der Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern ist im vergangenen Jahr um 4,9 Prozent gestiegen. Mit rund 123 000 registrierten Fällen wurde der höchste Stand seit 2013 erreicht. Damit setzte sich nach vielen Jahren mit rückläufiger Kriminalität der 2015 eingesetzte Trendwandel im Nordosten fort. „Diese Entwicklung erfüllt mich mit Sorge“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gestern in Schwerin bei der Vorlage der Kriminalitätsstatistik für 2016. Gleichzeitig kündigte er an, gegen jegliche Form von Gewalt mit den gebotenen Rechtsmitteln vorzugehen und forderte eine gesamtgesellschaftliche Debatte zu Werten und Normen. Die Verrohung der Sitten zeige sich auch im Verhalten gegenüber Polizeibeamten, die immer häufiger beleidigt, bedroht und auch angegriffen würden. Wie im Vorjahr habe die Ausländerkriminalität erneut zum Anwachsen der Straftaten beigetragen, sagte Caffier. Knapp 13 Prozent der insgesamt ermittelten 44 580 Tatverdächtigen waren nichtdeutscher Herkunft. Fast zwei Drittel aller Straftaten (62,8 Prozent) wurden durch die Polizei aufgeklärt.

MORD UND TOTSCHLAG

Die Straftaten gegen das Leben gingen um 5 auf 45 zurück. Das war der niedrigste Stand in den vergangenen zehn Jahren. 95,6 Prozent dieser Verbrechen wurden aufgeklärt. Einen erheblichen Rückgang gab es bei Mord und Mordversuch: von 8 auf 2 Fälle. Totschlag und fahrlässige Tötung nahmen hingegen leicht zu.

KÖRPERVERLETZUNG 

Rohheitsdelikten wie Körperverletzung wurden 16 020 Fälle zugeordnet. Vor allem erhöhte sich die Zahl der einfachen Körperverletzungen, der Nötigung und Bedrohung. Gefährliche und schwere Körperverletzungen legten auf 2500 zu.

SEXUALSTRAFTATEN 

Nach einem Rückgang im Jahr 2015 erhöhte sich die Zahl der Sexualdelikte wieder. Der Zuwachs auf 1050 Fälle fiel mit 16 Prozent überdurchschnittlich stark aus. Besonders deutlich war das Plus bei sexuellem Missbrauch. In 378 Fällen waren laut Statistik Kinder die Opfer, 72 mehr als im Jahr 2015. Caffier betonte, dass gut 93 Prozent der Tatverdächtigen bei Sexualdelikten deutscher Herkunft waren. 91 Prozent aller Delikte in diesem Bereich wurden aufgeklärt.

DIEBSTAHL

Im Gegensatz zu den meisten anderen Bereichen setzte sich bei Diebstahl der Abwärtstrend fort. Die Zahl der Fälle ging um 4,4 Prozent auf fast 39 400 zurück. Damit ist jede dritte Straftat ein Diebstahl. Traditionell ist die Aufklärungsquote mit gut einem Viertel gering.

AUSLÄNDERKRIMINALITÄT

Die Statistik zählte 15 700 Straftaten, die ausländischen Verdächtigen zugeordnet wurden. Das war ein Plus von 21,6 Prozent. Allerdings waren darin auch Verstöße gegen die Asylgesetzgebung enthalten. Bei den Straftaten im Bereich der sonstigen Kriminalität gingen 5,2 Prozent auf das Konto von Ausländern , meist Körperverletzungen, Bedrohungen, Ladendiebstahl und Schwarzfahren. „Ein Plus an jungen Menschen führt auch zu mehr Tatverdächtigen der entsprechenden Altersgruppen“, sagte der Minister.

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