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Sellering in der Kritik : Derber Gefühlsausbruch

vom
Aus der Onlineredaktion

Ministerpräsident Erwin Sellering soll eine Demonstrantin in Wolgast als „bescheuert“ bezeichnet haben

Es war ein hitziger Wortwechsel zwischen Ministerpräsidenten Erwin Sellering und Anhängern der Bürgerinitiative für die Wiedereröffnung der Kinderstation am Krankenhaus Wolgast. Doch hat sich der Ministerpräsident dabei gegenüber einer Demonstrantin wirklich im Ton vergriffen, wie in einem im Internet kursierenden Video unter dem Titel „Ministerpräsident MV beleidigt Mütter“ behauptet wird? Die Verbreiter des Videos werfen Sellering jedenfalls vor, er habe eine Teilnehmerin mit den Worten beschimpft: ,,Die ist ja bescheuert.“

Auf dem Filmclip ist zu sehen wie Sellering am Samstag in Wolgast am Rande einer Eröffnung eines Bürgerbüros das Gespräch mit einigen Demonstranten sucht. Drei Frauen reden permanent auf ihn ein, er findet kaum Gehör. „Jetzt reicht’s“, sagt der Ministerpräsident schließlich sichtlich genervt, dreht sich weg und geht. Was Sellering weiter sagt, ist im Stimmengewirr kaum zu verstehen. Aber das Wörtchen „bescheuert“ ist ihm offenbar tatsächlich über die Lippen gegangen. Das räumte Regierungssprecher Andreas Timm gestern ein. „Er hat den Begriff benutzt“, erklärte Timm. Die wortwörtliche Formulierung sei dem der Ministerpräsident aber nicht mehr geläufig. Damit bleibt unklar, ob sich Sellering mit seiner abschätzigen Formulierung konkret auf eine Person oder eher allgemein auf die Situation vor Ort bezog.

Den verbalen Gefühlsausbruch hat Sellering mittlerweile bedauert. „Bei aller Verärgerung hätte ich natürlich diesen Begriff nicht gebrauchen sollen. Ich entschuldige mich für meine Wortwahl“, erklärte der Ministerpräsident gestern in einer Erklärung.

Auf die Palme hatten die Demonstranten den Ministerpräsidenten vor allem mit Vorwürfen gebracht, die Landesregierung hätte in der Debatte um die Schließung der Kinder- und die Geburtenstation in Wolgast vor einem Jahr keine Gesprächsbereitschaft gezeigt. Den Vorwurf wies Sellering entschieden zurück. „Ich habe gemeinsam mit dem Wirtschaftsminister Ende letzten Jahres ein konstruktives Gespräch mit der Bürgerinitiative bei mir in der Staatskanzlei geführt“, stellte er gestern klar. Dabei sei vereinbart worden, dass Minister Harry Glawe (CDU) ein Konzept erarbeitet, dass den Wünschen der Bürgerinitiative entgegenkommt. Die Demonstranten hätten dagegen wieder die ganz alten Forderungen aufgestellt, als würde es den gefundenen Kompromiss nicht geben. Das habe ihn verärgert, erklärte der Regierungschef.

Verständnis für die Reaktion des Ministerpräsidenten zeigte sogar die Vorsitzende der Bürgerinitiative, Anke Kieser. „Man hat ihn nicht ausreden lassen. Da ist es nachvollziehbar, wenn er das Gespräch abbricht“, sagte Kieser und kritisierte die mangelnde Dialogbereitschaft einzelner Mitglieder der Initiative. Die Wortwahl Sellerings wies Kieser aber zurück.

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