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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 01:10 Uhr

Der Winterschlaf ist vorbei

vom

svz.de von
erstellt am 16.Mär.2012 | 11:00 Uhr

Endlich Frühling. Die Sonne lacht, die Temperaturen kratzen an der 15-Grad-Marke. Jetzt ist auch für die letzten Hobbygärtner die Zeit des Müßiggangs vorbei. Wer in ein paar Wochen die Blütenpracht genießen und im Sommer reichlich ernten will, muss endlich den Garten auf Vordermann bringen und die Bepflanzung planen. Wo sollten alte Pflanzen ersetzt werden? Welches Gemüse kommt in welcher Reihenfolge in den Nutzgarten? Kann das Staudenbeet mit fröhlichen Farben ergänzt werden? Diese Aufgaben stehen jetzt an:

%_rot-auszeichnung_%Gartengeräte & Co.%__rot-auszeichnung_%Alle Werkzeuge und Maschinen müssen einsatzfähig und griffbereit sein. Wer sich im Herbst nicht um ihre Wartung gekümmert hat, muss das jetzt nachholen. "Der Spaten und alle Scheren müssen gesäubert, geölt und geschärft werden", zählt Hartmut Clemen vom Landesverband der Gartenfreunde Bremen auf. Wasserhähne, Schläuche und Dichtungen werden inspiziert.

Der Abfluss der Regentonne verdient eine Reinigung und der Rasenmäher möglicherweise eine Inspektion. Frühbeet oder Gewächshaus müssen gesäubert werden, Pflanzgefäße ebenfalls. Auch an Stützpfählen und Kletterhilfen haben Herbst und Winter ihre Spuren hinterlassen: Feuchtigkeit kann diese faulen lassen, Stürme lockern sie. "Gerüste und Spaliere sollten genau unter die Lupe genommen werden", rät Lutze von Wurmb, Vize-Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Vor allem Konstruktionen aus Holz hätten nur eine begrenzte Lebenserwartung. Bei ihnen müsse besonders der bodennahe Bereich kontrolliert werden. Stellt man an dem Holz Fäule fest, werde es am besten erneuert.

%_rot-auszeichnung_%Rasen%__rot-auszeichnung_% Damit der Rasen bald in sattem Grün erstrahlt, braucht er jetzt ein bisschen Unterstützung. Zeigen sich Unkräuter mit langen Wurzeln und flacher Blattrosette, kommt man ums Jäten nicht herum. Der Rasenmäher würde sie nicht erwischen. Hat sich über den Winter Rasenfilz gebildet, sollte man den Rasen vertikutieren. Das sorgt auch für eine gute Durchlüftung. Zeigen sich danach Lücken im Grün, ist ein guter Rasendünger fällig. Das sollte schon helfen. Außerdem bekommt der Rasen im März noch eine letzte Kalkgabe. "Wenn der Frost vorbei und der Rasen höher als fünf Zentimeter gewachsen ist, wird zum ersten Mal geschnitten", sagt Clemen. Dann folgt die erste klassische Düngung.

%_rot-auszeichnung_%Blumenbeete%__rot-auszeichnung_%Zuerst wird im Ziergarten klar Schiff gemacht: "Jetzt werden die letzten alten Stängel vom vergangenen Jahr entfernt. Außerdem sollte kein Laub mehr auf den Stauden liegen. Unter einer feuchten Schicht gammeln und faulen sonst die neuen Triebe", sagt Karen Falch von der Saarländischen Gartenakademie in Lebach. Brennnessel, Löwenzahn, Schachtelhalm und andere sichtbare Unkräuter werden ebenfalls entfernt.

%_rot-auszeichnung_%Kübelpflanzen%__rot-auszeichnung_%Im Frühjahr wollen auch Kübelpflanzen wie Oleander oder Hibiskus umgetopft, geschnitten und gedüngt werden. An besonders warmen, sonnigen Tagen sollte man ihnen auch schon mal ein Bad in der Sonne gönnen. Vor den Eisheiligen im Mai sollten sie aber nachts immer wieder ins Haus geholt werden.

%_rot-auszeichnung_%Boden%__rot-auszeichnung_%Zwischen den mehrjährigen Pflanzen und auf unbepflanzten Flächen muss nun der Boden vorbereitet werden. "Dazu wird das Erdreich am besten mit einem Sauzahn oder einer Grabgabel gelockert, so dass es gut belüftet wird und Niederschläge aufnehmen kann", sagt Clemen. Schließlich kommt eine zwei bis drei Zentimeter dicke Schicht aus gesiebtem Kompost des vorvergangenen Herbstes auf die Beete. Insgesamt sollten Blumen- und Gemüsebeete pro Jahr mit drei bis fünf Litern Kompost pro Quadratmeter gedüngt werden. "Durch diese Humusgabe wird der Boden gepflegt, gleichzeitig werden Nährstoffe zugeführt", erklärt Klaus Krohme, Leiter des Kreislehrgartens in Steinfurt. Auch Sträucher und Gehölze seien dafür dankbar. Eine Nachdüngung aus dem Sack sei dann im April bis Juni nur noch bei Starkzehrern wie Rittersporn oder Bambus, sowie Rosen und Obstbäumen mit hohem Ertrag notwendig. Der übrige Kompost wird umgesetzt.

Wenn das erste Grün in den Beeten sichtbar wird, fällt die eine oder andere Lücke ins Auge. Sie kann jetzt durch neue Pflanzen gefüllt werden. "Gerade für Gräser gibt es keine bessere Pflanzzeit als das Frühjahr", sagt Krohme.

%_rot-auszeichnung_%Aussaat%__rot-auszeichnung_%Im Frühbeet oder Gewächshaus können einjährige Sommerblumen wie Löwenmäulchen, Gauklerblumen oder Sonnenhut sowie Kohl, Salat und Radieschen ausgesät werden. Danach kommen geschützte Lagen im Freiland an die Reihe: "Bohnen und Möhren, aber auch Zwiebeln finden hier ihren Platz", schlägt Karen Falch vor. In kalten Nächten sollte allerdings noch ein schützendes Vlies über die Setzlinge ausgebreitet werden. Kopfsalat und Kohlrabi werden in der Regel nicht ausgesät, sondern als Jungpflanzen in die Erde gebracht. Auch Erbsen müssen schon früh gesät werden, damit sie vor der Blüte zu kräftigen Pflanzen heranwachsen können.

%_rot-auszeichnung_%Sträucher und Gehölze%__rot-auszeichnung_%Sie brauchen im Frühjahr einen guten Rückschnitt. "Wichtig ist, dass nicht einfach außenherum abgeschnitten wird: Bei Sträuchern wie Haselnuss oder Weigelie müssen immer mal wieder dicke, alte Triebe bis zum Boden rausgenommen werden", empfiehlt Falch. Auch alle vom Frost geschädigten Triebe und Äste werden bei dieser Gelegenheit entfernt. "Es kann gut sein, dass manches Gehölz heute noch gut aussieht und Frostschäden erst in den kommenden Wochen sichtbar werden", sagt Krohme. Deshalb sei im April ein Kontrollgang angesagt, besonders bei wintergrünen Gehölzen. Immergrüne wie die Lorbeerkirsche wachsen im Frühling am stärksten. Werden sie vor dem Austrieb geschnitten, bleiben sie kompakt.

Auch für den Obstbaumschnitt ist der März genau der richtige Zeitpunkt. Der Gehölzschnitt wird am besten gehäckselt und als Mulch über den Wurzeln verteilt oder auf den Kompost gegeben.

%_rot-auszeichnung_%Rosen%__rot-auszeichnung_%Sie werden ebenfalls im Frühjahr kräftig gestutzt. Sobald die Knospen zu schwellen beginnen, ist die Zeit gekommen. Zuerst werden kranke und durch Frost geschädigte Triebe bis ins gesunde Gewebe entfernt. "Beetrosen werden auf vier bis fünf Augen zurückgeschnitten. Aus allen öfter blühenden Kletter- und Strauchrosen werden alte Zweige komplett entfernt und junge Zweige oder Seitentriebe je nach Wuchsform eingekürzt", sagt der Gärtnermeister Krohme. Geschnitten wird schräg etwa einen Zentimeter über einer Triebknospe. Wichtig ist es, eine scharfe Schere zu verwenden, damit die Triebe nicht gequetscht werden.


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