Der Winter lässt nicht locker

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20. März 2013, 01:59 Uhr

Schwerin/Grimmen | Zwei Tage vor dem kalendarischen Frühlingsanfang haben am Montag in Mecklenburg-Vorpommern Neuschnee und starke Verwehungen für massive Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr gesorgt. Auf spiegelglatten Fahrbahnen ereigneten sich insbesondere im Westen des Landes Dutzende Unfälle, meist blieb es aber bei Blechschäden, wie die Polizei mitteilte. Meteorologen sagen auch für die nächsten Tage viel Schnee und Wind voraus. „Bis zum Frühlingsanfang wird es weiter schneien, und auch in der zweiten Wochenhälfte bleibt es frostig kalt“, meinte Stefan Kreibohm vom Wetterdienst Meteomedia auf der Insel Hiddensee.

Im Osten wurde zum Wochenstart der Zugverkehr von teils meterhohen Schneewehen auf den Gleisen ausgebremst. Zwischen Grimmen (Kreis Vorpommern-Rügen) und Demmin (Mecklenburgische Seenplatte) verkehrten über Stunden nur Busse im Schienenersatzverkehr, bis die Strecke am frühen Nachmittag von Schneepflügen wieder freigeräumt war. Am Morgen hatte sich bei Rakow ein Triebwagen ohne Fahrgäste festgefahren, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Auf der Bundesstraße 106 stürzte bei Zickhusen nördlich von Schwerin ein mit 180 Schweinen beladener Lastwagen um. Zahlreiche Tiere verendeten. Die Bergungsarbeiten dauerten bis zum Nachmittag, die Bundesstraße musste für Stunden gesperrt werden. Der Fahrer des Tiertransporters sei auf schneeglatter Straße mit nur gut 20 Stundenkilometern dem Gegenverkehr nach rechts ausgewichen, erklärte ein Polizeisprecher. Dabei verlagerte sich die lebende Fracht zur Seite und brachte das Fahrzeug zum Umkippen.

Erhebliche Schneeverwehungen behinderten auf der Autobahn A 14 den Verkehr. Nahe der Anschlussstelle Schwerin-Nord kollidierten am Morgen drei Fahrzeuge miteinander, verletzt wurde niemand. Auf der A 24 kam es zu drei Glätteunfällen: Bei Parchim, Neustadt-Glewe und Gallin stießen Fahrzeuge zusammen. Zeitweise unpassierbar durch Schneewehen war die B 5 zwischen Horst und Lauenburg, wie es hieß.

Allein im Landkreis Ludwigslust-Parchim gab es über 30 Glätteunfälle.

Bereits am Sonntagabend waren bei einer Unfallserie auf der A 19 zwischen Glasewitz und Laage vier Menschen schwer und zwei leicht verletzt worden. Ein Auto hatte sich überschlagen, ein zweites raste in die abgesicherte Unfallstelle und prallte gegen einen Funkstreifenwagen. Dieser erfasste einen nebenstehenden Polizisten und eine Ersthelferin und verletzte beide schwer. Der Beamte im Fahrzeug erlitt einen Schock.

Anschließend kamen noch zwei Autos von der Straße ab, einer der Fahrer wurde leicht verletzt. Die Autobahn 19 in Richtung Rostock war für mehrere Stunden voll gesperrt. Laut einem Sachverständigen der Dekra waren alle Unfallfahrer zu schnell unterwegs gewesen.

Auch für heute wurde wieder eine Unwetterwarnung wegen starken Schneefalls und örtlichen Schneeverwehungen herausgegeben.

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