Diebstahlserie in MV : Der Trick mit der Antenne: 115 Autos weg

Auch Mazda CX-3 gehören zu den gestohlenen Autos.
Auch Mazda CX-3 gehören zu den gestohlenen Autos.

Polizei empfiehlt: Schlüssel in Alufolie wickeln

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16. September 2015, 21:00 Uhr

Eine Diebstahlserie verunsichert zunehmend Autobesitzer im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Offensichtlich nutzen osteuropäische Banden eine Sicherheitslücke in der Elektronik der Fahrzeuge und stehlen zumeist höherwertige Autos der Marke Mazda – oft ohne die Fahrzeuge aufzubrechen. „Wir gehen von organisierter Kriminalität aus“, sagte Nicole Buchfink, Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg. Seit Juni dieses Jahres wurden bereits 115 Fahrzeuge im Bereich des Präsidiums gestohlen. Jedes vierte Auto war ein Mazda.

Einer der derzeit häufigsten Tricks funktioniert nach Angaben der Neubrandenburger Polizei mit zwei Antennen: Dabei nutzen die Täter Schwächen des „Keyless Entry“-System, mit dem viele moderne Fahrzeuge ausgestattet sind. Der Autobesitzer trägt nur noch einen kleinen Chip mit einem kleinen Funksender in einem Schlüsselanhänger oder einer Karte bei sich. Mit dem verschlüsselten Funksignal entriegelt sich das Auto automatisch, wenn sich der Fahrer dem Fahrzeug nähert – oft auf acht Metern. Diese schlüssellose und bequeme Methode nutzen die Ganoven, indem sie die Funksignale umleiten und die Distanz mithilfe von zwei Antennen verlängern. Dazu stellen sie eine Antenne neben das Auto und suchen mit der zweiten Funkkontakt zum Chip des Besitzers. „Der Kontakt kann bei einigen Automarken funktionieren, wenn der Schlüsselanhänger beispielsweise nachts auf dem Flur liegt, und die Täter nahe genug mit der Antenne am Haus stehen“, erklärte die Polizeisprecherin.

Solange die Sicherheitslücke nicht geschlossen ist, empfiehlt die Polizei Besitzern, ihre Schlüssel mit Alufolie zu umwickeln oder Schlüsseltresore zu verwenden, um die Funksignale zu unterbrechen.

Der letzte versuchte Mazda-Diebstahl ereignete sich in der Nacht zu gestern in Stralsund. Allerdings wurde der mutmaßliche Dieb in Hintersee an der Grenze zu Polen von der Polizei gestellt. Der 18-Jährige war zunächst in dem Ort mit dem Wagen gegen einen Zaun gefahren und zu Fuß geflohen. Durch den Einsatz eines Hubschraubers konnte er trotzdem gestellt werden. Der Besitzer hatte laut Polizeiangaben den Diebstahl bis dahin noch nicht bemerkt.

Das Auto war bereits der dritte Mazda, der innerhalb einer Woche in Stralsund und Greifswald gestohlen wurde. Um die Diebstahlserie aufzuklären, hat die Polizei die Ermittlungen im Neubrandenburger Präsidium gebündelt, hieß es.

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