Versorgungslücken in MV : Der Trend geht zur Zweitpraxis

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Schon fast 200 Mediziner im Land bieten Sprechstunden in mehreren Orten an

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28. Juli 2014, 07:50 Uhr

Ein Inhaber, zwei Praxen: Immer mehr niedergelassene Mediziner im Land versuchen, mit diesem Modell Versorgungslücken zu schließen. Während es vor zehn Jahren kaum mehr als 40 Zweigpraxen im Land gab, sind es mittlerweile schon knapp 200. „Ganz überwiegend handelt es sich dabei um hausärztliche Praxen im ländlichen Raum“, erläutert Oliver Kahl, Verwaltungsdirektor der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes (KVMV). Doch auch Fachärzte – und ihre Patienten – würden, von dem Modell profitieren, ergänzt Dr. Dieter Kreye, stellvertretender KVMV-Vorsitzender. Denn selbst bei vergleichsweise hohem apparativen Aufwand könnten diese Kollegen in einer Zweitpraxis zumindest eine Grundversorgung anbieten. Patienten mit komplizierteren Krankheitsverläufen würden dann in der Hauptpraxis weiterbehandelt .

Das Gros der Zweitpraxen wird von hier im Land ansässigen Ärzten betrieben. Es gibt aber auch Mediziner aus anderen Bundesländern, die teilweise in MV tätig sind: Sie kommen aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Brandenburg. Auch in entgegengesetzter Richtung engagierten sich Ärzte über die Landesgrenze hinweg, so Kahl.

Die Motive für den Betrieb einer Zweitpraxis sind ganz unterschiedlich. „Einige sagen einfach: Ich komme meinen Patienten entgegen“, erläutert Kreye – diese Kollegen würden meist tageweise auch in Nachbarorten Sprechstunden abhalten. Der Neubrandenburger Hausarzt hat das selbst eine Zeit lang in Woldegk getan.

Häufig würden Ärzte, gerade auf dem Land, keinen Praxisnachfolger mehr finden bzw. sich ein Praxisbetrieb nicht mehr rentieren, so Kahl. Dann sei die Übernahme als Zweitpraxis – durch andere niedergelassene Ärzte, aber immer öfter auch durch Medizinische Versorgungszentren (MVZ) – eine für alle Seiten mit Vorteilen verbundene Lösung. Meist werde die Sprechstunde dann durch angestellte Mediziner weitergeführt. Dies käme insbesondere Ärztinnen entgegen, die, um Beruf und Familie unter einen Hut bringen zu können, die Selbstständigkeit scheuen und statt dessen lieber geregelt bzw. sogar in Teilzeit arbeiten würden.

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