Der Titel: Hoher Nutzen für Wismar und Stralsund

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08. Juni 2012, 09:31 Uhr

Wismar | Im Jahr 2002 wurden die Hansestädte Wismar und Stralsund gemeinsam in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen. Grund waren ihre weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Stadtgrundrisse.

"Für die beiden Städte bedeutete das zu allererst eine hohe Verpflichtung", sagte die damalige Wismarer Bürgermeisterin Rosemarie Wilcken. "Jetzt schaut uns die ganze Welt auf die Finger." Sie betonte immer wieder, dass der Welterbestatus nicht in erster Linie der Ankurbelung des Tourismus dient. Und doch war das eine wesentliche Auswirkung. Eine Studie, die die Hochschule Wismar vor einigen Jahren angefertigt hat, besagt, dass etwa 12 Prozent der Gäste wegen des Welterbes in die Stadt kommen. Die Übernachtungszahlen stiegen inzwischen auf 250 000 im Jahr. Mitte der 1990er-Jahre waren es nur rund 65 000.

Außerdem kam die Sanierung der Wismarer Altstadt voran. Nicht zuletzt durch die Mittel aus einem vom Bund aufgelegten Fonds für Welterbestätten. Damit konnten in der Hansestadt immerhin sechs historische Häuser saniert werden. Darunter das Schabbellhaus, in dem das Stadtgeschichtliche Museum untergebracht ist. "Das hätte die Stadt aus eigener Kraft nicht geschafft", sagt der Wismarer Welterbebeauftragte Norbert Huschner.

Durch die Häusersanierungen, auch durch Privatleute, hat sich nicht nur das Aussehen der Wismarer Innenstadt positiv verändert. "Die Einwohnerzahl stieg von 5000 in den 90er-Jahren auf jetzt 7900", sagt Huschner. Angesichts der positiven Entwicklung betrachten die Wismarer die 200 000 D-Mark, die sie einst für die Erarbeitung ihres Antrages an die Unesco ausgegeben haben, als "zu vernachlässigende Größe".

Die im Vorfeld immer wieder geäußerten Befürchtungen, in Wismars Altstadt dürfte unter der Überschrift Weltkulturerbe gar nichts mehr geschehen, haben sich nicht bewahrheitet. "Es gelten die üblichen Denkmalvorschriften", sagt Norbert Huschner. "Und für schwierige Fälle haben wir einen Welterbe-Beirat, in dem Fachleute sitzen."

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