Landesmarketing: Professionelle MV-Auftritt gesucht : Der Strandkorb als Türöffner

Peter Kranz-Glatigny Archiv
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Peter Kranz-Glatigny, Chef des Landesmarketings, sucht per Ausschreibung eine Werbeagentur. Im Wettbewerb der Regionen geht es um einen professionellen MV-Auftritt mit professionellen Aussagen.

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13. September 2012, 10:17 Uhr

Peter Kranz-Glatigny, Chef des Landesmarketings, sucht per Ausschreibung eine Werbeagentur. Unser Mitarbeiter Andreas Frost fragte ihn, was diese leisten soll.

Herr Kranz-Glatigny, braucht Mecklenburg-Vorpommern ein neues Marketingkonzept?

Peter Kranz-Glatigny: Nein, wir suchen kein neues Marketingkonzept, sondern eine Werbeagentur, die mit uns das bestehende umsetzt und weiterentwickelt. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich mit der Agentur Molthan van Loon aus Hamburg zusammengearbeitet. Dieser Vertrag wurde nun - turnusmäßig - neu ausgeschrieben. So wollen es die Vorschriften. Das bedeutet nicht, dass wir mit der bisherigen Kampagnenarbeit nicht zufrieden waren. Im Gegenteil: Wir sind stolz auf das, was wir haben.

Was haben wir denn?

Ich glaube, wir schaffen es immer besser, die Menschen für unser Land zu interessieren und zu begeistern. Mecklenburg-Vorpommern verbinden sie immer mehr mit unseren Stärken. Sie erkennen, da kann ich mich erholen, gesund werden, erfolgreich studieren, in zukunftsträchtigen Unternehmen arbeiten. So entdecken sie MV als Land zum Leben. Das Landessignet und der Strandkorb helfen uns als Markenzeichen, als Türöffner quasi zur Gefühlswelt der Menschen. Und der Slogan "MV tut gut" hilft uns als Markenversprechen, wie die Fachleute es nennen. Beides ist national sehr gut akzeptiert. Auch im Land diskutiere ich kaum noch über das Versprechen, sondern darüber, wie wir es noch besser erfüllen können. Dazu kommt der Slogan "Best of Northern Germany" ….

…also: "das Beste Norddeutschlands"…

… der inzwischen bei den internationalen Auftritten des Landes verwendet wird - zuletzt bei den Olympischen Spielen in London. Eine selbstbewusste Botschaft. Also, wir haben schon viel erreicht und sind weiter, als manche glauben.

Dennoch wollen Sie sich ja nicht auf dem Erreichten ausruhen. Laut Ausschreibung verlangen Sie von den Bewerbern, Ideen für eine Weiterentwicklung der Marke Mecklenburg-Vorpommern zu präsentieren. Was erwarten Sie?

Da will und darf ich der Kreativität der Werbeagenturen nicht vorgreifen. Ich bin gespannt auf die Vorschläge. Aber auf jeden Fall müssen wir die Frage beantworten: Wie stellt sich unser Land künftig im deutschen Markt und - immer stärker - in internationalen Märkten dar? Wie schaffen wir es, das Image des Landes gerade in Süd- und Westdeutschland, aber eben auch der Schweiz, Österreich, im Ostseeraum oder bei unseren direkten Nachbarn in Polen weiter zu verbessern? Wir arbeiten hier mit unseren Partnern eng und sehr gut zusammen - besonders mit dem Tourismusverband. Wir vermarkten aber mehr als den Tourismus. Landesmarketing ist nicht dafür da, den Hotels die Betten zu füllen.

Vertreter der Wirtschaft werfen Ihnen aber genau dies vor. Auch der Strandkorb als Markensymbol ist ihnen "zu touristisch".

Mit dem Strandkorb verbinden die Leute etwas, was sie von uns kennen, was sie ersehnen: Wasser, Natur, Urlaub, Ruhe. Wir nutzen dies, um weiteres Interesse an uns zu wecken.

Über den Strandkorb weisen wir auf unsere vielen anderen Stärken hin, zum Beispiel in Gesundheit, Kultur und Wirtschaft. Ich kann die Erwartung der Wirtschaft ans Landesmarketing verstehen. Aber wir können diese nur gemeinsam erfüllen. Es muss ein Zusammenspiel sein, mit dem, was die Unternehmen selbst leisten, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Wir verstärken, was das Land an Stärken zu bieten hat.

Für die Marketingkampagne stehen pro Jahr bis zu einer Million Euro zur Verfügung. Können einheimische Werbeagenturen einen solchen Großauftrag überhaupt stemmen?

Wenn sie die Kriterien der Ausschreibung erfüllen, warum nicht? Es bestand ja auch die Möglichkeit, sich als Bietergemeinschaften zusammenzuschließen und zu bewerben. Was wir wollen ist strategisches Know-How, Kreativität und Erfahrung am nationalen und internationalen Markt. Denn eins ist klar: Wir spielen nicht. Im Wettbewerb der Regionen wollen wir einen professionellen Auftritt des Landes mit professionellen Aussagen.

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