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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 20:57 Uhr

Saison in MV eröffnet : Der Spargel sprießt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Agrarminister Till Backhaus sticht erste Stangen – damit ist die Saison in MV symbolisch eröffnet

von
erstellt am 06.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat gestern die Spargelsaison für Mecklenburg-Vorpommern eröffnet. Er stach die ersten Stangen auf dem Hof Denissen in Wöbbelin (Landkreis Ludwigslust-Parchim, wie das Agrarministerium mitteilte. Dort wächst der Spargel unter schützenden Folien.

Landesweit wird der Beginn der Spargelernte ab Mitte April erwartet. Backhaus sagte, der verhältnismäßig warme Februar hätte eine frühe Spargelernte versprochen. Dafür sei der März aber zu kalt gewesen. Die Spargelernte beginne daher zur üblichen Zeit. Traditionell endet sie am Johannistag im Juni.

Das Ministerium erwartet wie im Vorjahr Preise zwischen 11 und 15 Euro pro Kilogramm der edlen Stangen. Spargel habe im Land einen Anteil von etwa 15 Prozent an der Freilandgemüsefläche. Im vorigen Jahr wurde Spargel von rund 240 Hektar geerntet, im Durchschnitt 37 Dezitonnen je Hektar.

Damit liegt der Nordosten bei den Hektarerträgen hinter dem bundesdeutschen Durchschnitt von rund 55 Dezitonnen. Die Anbauflächen konzentrieren sich im Kreis Ludwigslust-Parchim, wo auf 134 Hektar etwa 55 Prozent des Spargels angebaut werden. 17 Prozent (41 Hektar) liegen im Kreis Mecklenburgische Seenplatte, 4,2 Prozent (10,2 Hektar) in Nordwestmecklenburg.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sieht indes den Mindestlohn als Ursache für einen absehbaren Preisanstieg beim Spargel. „Natürlich schlägt beim Spargelanbau der Mindestlohn voll durch“, erklärte Rukwied gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. „Qualität aus Deutschland hat eben ihren Preis“, so Rukwied. Für die Landwirtschaft gilt wegen des laufenden Tarifvertrages derzeit ein Mindestlohn von 8,00 Euro im Westen und 7,90 Euro im Osten. Wegen der gestiegenen Lohnkosten gehen Marktexperten davon aus, dass sich der Spargelpreis aktuell um 30 bis 50 Cent pro Kilo erhöhen müsste. Spargel sei „eine besonders arbeitsintensive Kultur“, so ein Sprecher des Bauernverbandes. Damit spiele der Mindestlohn eine große Rolle.

Im Jahr 2015 betrug die Spargelernte rund 113 000 Tonnen – knapp 1,5 Kilogramm je Bundesbürger. In diesem Jahr wird Spargel auf bundesweit 20 594 Hektar angebaut und damit in ähnlichem Umfang wie im Vorjahr. In Niedersachsen gibt es mit 4443 Hektar die meisten Spargelflächen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 3453 Hektar.

Beim Spargelkauf sollten Verbraucher sich die Enden, also die Schnittstellen, genau anschauen. Sind sie feucht und saftig, ist das ein Zeichen für Frische, erläutert der Verbraucherinformationsdienst aid. Deshalb sei Spargel aus der Region immer eine bessere Wahl als solcher, der schon einen längeren Transport hinter sich hat.

 
 

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