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Heißestester Tag des Jahres prognostiziert : Der Sommer ist endlich da

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Die Badeseen sind kalt, auf den Bergen blitzt noch Schnee - die Sonne hat uns bisher eher gemieden. Kurz vor dem kalendarischen Sommerbeginn und zum Start der Sommerferien sind endlich Sonnencreme und Flip Flops dran.

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erstellt am 18.Jun.2013 | 06:50 Uhr

München/Berlin | Die Badeseen sind kalt, auf den Bergen blitzt noch Schnee - die Sonne hat Deutschland und weite Teile Europas bisher eher gemieden. Kurz vor dem kalendarischen Sommerbeginn und zum Start der ersten Sommerferien im Norden sind endlich Sonnencreme und Flip Flops dran: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für heute den bislang heißesten Tag des Jahres.

Die Berliner können bei Sommerwetter in ihre Ferien starten, ebenso Hamburger und Brandenburger tags darauf. Urlauber an Nord- oder Ostsee sollten aber kältefest sein. 14 bis 17 Grad hat das Wasser in Küstennähe - an den Nordseeinseln teils auch weniger.

Zum Sommerbeginn am 21. Juni als längstem Tag des Jahres könnte wieder der Regenschirm nützlich sein, und bei den Sonnwend- und Johannisfeuer, die dann in Dörfern und auf den Bergen brennen, ist eine Jacke nötig. Alles weitere ist Spekulation. "Im Moment kann noch niemand sagen, wie der Sommer insgesamt wird - da ist noch alles drin", sagt Gerhard Lux vom DWD. Die Prognosen seien immerhin dank Satellitenbildern und Hochleistungsrechnern viel präziser geworden. "Heute ist die Vorhersage für den sechsten Tag deutlich besser als in den 1970er-Jahren für die nächsten 24 Stunden." In drei Stunden errechne der DWD-Computer das Weltwetter für sieben Tage; für bis zu 14 Tage gebe es Trends. "Aber danach ist einfach Schluss." Die einzige langfristige Prognose gebe es in Sachen Klimawandel - und da sei nur klar, dass die Temperaturen steigen und sich Wetterextreme mehren.

Eine Vorhersage für ein Jahr, wie sie der oberbayerische Hobby-Wetterfrosch Josef Jägerhuber für seine Heimat im weiten Umkreis Starnbergs wagt, ist aus Sicht der Meteorologen schlicht unmöglich.

Der 87-Jährige, der seit mehr als 50 Jahren das Wetter seiner Heimat aufzeichnet, schwört hingegen - wie der Hundertjährige Kalender - auf den Sieben-Jahres-Rhythmus. Und lag mit seiner zu Jahresbeginn erstellten Prognose bisher verblüffend richtig: Winter bis in den März, der April mit Regen, die ersten Maitage schön, dann unfreundlich und kalt - und der Juni sehr niederschlagsreich mit Tagen, an denen die Heizung angeschaltet werden muss. Das verheerende Hochwasser habe er zwar nicht explizit vorhergesagt - aber den vielen Regen schon, sagt Jägerhuber nicht ohne Stolz. "Die Meteorologen sagen, wir sind Scharlatane", so Jägerhuber. Aber: "Ich liege dieses Jahr ziemlich gut mit meinen Prognosen." Wer in Oberbayern Urlaub machen will, sollte das laut Jägerhuber im Juli tun. "Der schönste Sommermonat wird der Juli." Im August komme schon wieder Regen.

Gewisse wetterbestimmende Regelmäßigkeiten gelten als erwiesen: das Weihnachtstauwetter, die Eisheiligen samt kalter Sophie im Mai, die Schafskälte, die hochsommerlichen Hundstage und Siebenschläfer, der sich nicht von dem Tier, sondern von einer Legende aus der Zeit der Christenverfolgung ableitet. "Da stecken Erfahrungswerte von Generationen drin", sagt Lux. Vor allem die Bauern haben über Jahrhunderte versucht, Wetterregeln abzuleiten - und manches erkannt, das erst später wissenschaftlich belegt wurde.

Für Siebenschläfer, der wegen der gregorianischen Kalenderreform gar nicht auf den 27. Juni, sondern auf die erste Juliwoche fällt, gibt es statistisch eine Wahrscheinlichkeit von etwa 70 Prozent, dass das Wetter die folgenden Wochen weiter besteht. Grund sind die Strahlströme in der Höhe und die sich zu der Jahreszeit allmählich stabilisierende Atmosphäre. Für Norddeutschland mit dem stärker maritimen Klima gilt die Regel aber kaum. Laut Lux trifft sie für schlechtes Wetter zu.

Noch mehr Regen würde den Tourismus, aber auch die vom Hochwasser schwer geschädigten Bauern im Süden und Osten erneut treffen. "Die Ernte ist in manchen Gebieten vollkommen zerstört", schildert der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Werner Schwarz. Viele Landwirte jenseits der Hochwasserregionen haben aber vom Regen profitiert, sie erwarten eine gute Ernte.

Schwarz wagt einen vorsichtig optimistischen Blick in die Zukunft: "Was wir manchmal beobachten: Wenn im Mai der Regen kommt, haben wir nachher einen guten Sommer." Eine Prognose sei aber schwer darzustellen. Die Hauptbauernregel laute deshalb: "Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter - oder es bleibt wie es ist."

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