Der Nestlé-Konzern und die Wirtschaft im Nordosten

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07. Juni 2012, 11:26 Uhr

Der Nestlé-Konzern: Der Schweizer Konzern Nestlé gilt als weltweit größter Hersteller von Lebens- und Genussmitteln. Die Produktpalette reicht von Babynahrung über Eis, Mineralwasser, Kaffee und Süßwaren bis hin zu Tierfutter. Zu Nestlé gehören Markennamen wie Alete, Maggi, Sarotti, Nespresso oder das Katzenfutter Felix. Insgesamt ist Nestlé mit etwa 2000 Artikeln auf dem deutschen Markt und damit auch größter Lebensmittelanbieter in Deutschland. Der Nahrungsmittelkonzern erzielte nach eigenen Angaben 2011 weltweit einen Umsatz von 83,6 Milliarden Franken (69,3 Milliarden Euro). Der Reingewinn belief sich auf 7,9 Milliarden Euro. In Deutschland setzt Nestlé pro Jahr etwa 3,4 Milliarden Euro um. Die Nestlé AG entstand 1905 aus der Fusion der Anglo-Swiss Condensed Milk (Cham) mit der Henri Nestlé (Vevey). Seit 1977 trägt das Unternehmen seinen heutigen Namen. Weltweit beschäftigt Nestlé in 80 Ländern rund 328 000 Mitarbeiter. Die deutsche Tochter mit bundesweit bislang 24 Standorten und etwa 12 000 Beschäftigten gehört zu 100 Prozent dem Mutterkonzern. In Mecklenburg-Vorpommern betreibt der Konzern bereits ein Werk. In Conow südlich von Ludwigslust werden Kindernahrung sowie Fertigsuppen produziert.

Die Kaffeetrinker: Die Verbraucher ziehen inzwischen Kaffee auf Knopfdruck den traditionellen Filtermaschinen vor. Vollautomaten und Portionsgeräte seien mit einem Marktanteil von 46,4 Prozent an den klassischen Geräten mit Filter (44,2 Prozent) vorbeigezogen, sagte der Chef der Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH), Kurt-Ludwig Gutberlet. Bei dem Hausgerätehersteller sei der Absatz von Portionsgeräten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, während der Verkauf von traditionellen Maschinen stagniere, erläuterte eine Sprecherin. Seit der Einführung im Jahr 2008 setzte der Hersteller mehr als fünf Millionen Tassimo-Geräte ab. Im vergangenen Jahr stieg der Verkauf um fast 30 Prozent. Verbraucher können bei diesen Geräten mithilfe von speziellen Kapseln Kaffee oder auch Tee und Kakao zubereiten. Über einen Strichcode erkennt der Automat, welches Programm zu starten ist. Auch andere Hersteller sind mit solchen Automaten sehr erfolgreich. Krups und DeLonghi stellen beispielsweise die Geräte für Nespresso-Kaffee des Nestlé-Konzern her.

Die Wirtschaft im Nordosten: In keinem anderen Bundesland ist das verarbeitende Gewerbe so schwach entwickelt wie in Mecklenburg- Vorpommern. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt mit etwa zehn Prozent nur halb so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Mit der Werbung um neue Investoren versucht die Landesregierung seit Jahren, die Industrie zu stärken. Nun kommt Nestlé. In den vergangenen Jahren kamen schon: Liebherr-MCCtec (Kranbau, Rostock, etwa 1000 Beschäftigte ), TRW Airbag Systems (Autozulieferer, Laage, 800 Beschäftigte), Dr. Oetker (Tiefkühlkost, Wittenburg), Fruchtquell (Getränkeindustrie, Dodow), Nordex Energy (Windkraftanlagen, Rostock, 900 Beschäftigte), Webasto (Autozulieferer, Neubrandenburg, 700 Beschäftigte), Eisengießerei (Metallzulieferer, Torgelow, 600 Beschäftigte) Diese Investitionen summierten sich auf knapp 1,5 Milliarden Euro.

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