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Forscher entdecken Riesenpacu in der Ostsee : Der "Hodenbeißer"...

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Manchmal möchte der schwimmende Urlauber lieber nicht wissen, was unter ihm, in den Tiefen der Ostsee, so alles lebt und vielleicht gerade ein wenig hungrig ist. Zum Beispiel der "Ball Cutter", auch Riesenpacu genannt.

svz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 07:14 Uhr

Hamburg | Manchmal möchte der brustschwimmende Urlauber lieber nicht wissen, was unter ihm, in den Tiefen der Ostsee, so alles lebt und vielleicht gerade ein wenig hungrig ist. Zum Beispiel der "Ball Cutter", auch Riesenpacu genannt. Eigentlich ernährt er sich vegetarisch. Es sind aber auch tödliche Angriffe auf Menschen dokumentiert: Pacus haben schon mehrfach schwimmenden Männern die Hoden abgebissen - daher der Name "Ball Cutter".

Ursprünglich nur in Südamerika beheimatet, hat sich der Fisch mittlerweile aber auch in die USA und nach Asien ausgebreitet. Selbst vor Polen ist schon ein Exemplar aufgetaucht. Und nun ist in der Ostsee direkt vor der dänischen Hauptstadt Kopenhagen einem Hobbyfischer die mit dem Piranha verwandte Art ins Netz gegangen. Zusammen mit Aalen und Barschen hat er einen 21 Zentimeter langen Pacu an Land gezogen. "Wenn es noch mehr Pacus im Öresund geben sollte - dann können sie auch bis an die deutsche Küste schwimmen", sagt Peter Rask Møller, Fischexperte am Naturhistorischen Museum der Universität Kopenhagen.

Dass sich der gefährliche Exot auf natürlichem Weg in dänische Gewässer vorgearbeitet hat, hält der Kopenhagener Wissenschaftler für "extrem unwahrscheinlich". Er glaubt: "Auf irgendeine Weise hat das Auftauchen mit dem Menschen zu tun." Am naheliegendsten sei es, "dass ein privater Aquarienbesitzer den Pacu ausgesetzt habe. "Wahrscheinlich ist ihm der Fisch darin zu groß geworden, nachdem er ihn in einem kleinen Stadium gekauft hatte." Dass der Eigentümer gleich mehrere Exemplare gehalten und ausgesetzt hat, hält Rask Møller für durchaus denkbar.

Nach allem, was die Experten wissen, verträgt der Pacu keine Wassertemperaturen unterhalb von acht Grad. "Ein ganzer Bestand wird in der Ostsee nicht überleben", schlussfolgert der Mann von der Uni Kopenhagen. Aber einzelne Exemplare etwa doch? Rask Møller empfiehlt, beim Baden wachsam zu sein.

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