Abschiedsspiel für Veteranen : Der Hammer: 81-Jähriger debütiert in Kreisliga

<strong>Heinz Pischke, </strong>der hier Clemens Winski (Motor II) beeindruckt, übernahm bei seiner Einwechslung (85.) auch gleich die  Kapitänsbinde.
1 von 2
Heinz Pischke, der hier Clemens Winski (Motor II) beeindruckt, übernahm bei seiner Einwechslung (85.) auch gleich die Kapitänsbinde.

Das gab es noch nie im Kreisfußballverband Warnow: Mit Heinz Pischke, geboren 1930 in Danzig, debütierte am Sonnabend in der Partie „seines" Rostocker FC III gegen Motor Neptun II (2:2) ein 81-Jähriger in der Kreisliga.

svz.de von
12. Juni 2012, 12:02 Uhr

Rostock | Das gab es noch nie im Kreisfußballverband Warnow: Mit Heinz Pischke, geboren am 6. November 1930 in Danzig, debütierte am Sonnabend in der Partie "seines" Rostocker FC III gegen Motor Neptun II (2:2) ein 81-Jähriger in der Kreisliga. Wohlgemerkt: nicht bei den Alten Herren, sondern im Männerbereich in einer Mannschaft gemeinsam mit bis zu 58 Jahre Jüngeren wie Mittelfeldspieler Christian Rowolt, geboren 1988!

Es war natürlich nicht das erste Fußballspiel von Heinz Pischke: Er ist ein Urgestein des heutigen RFC und schon seit 1954 im Verein, der vormals Motor Nordwest bzw. TSG Bau hieß. Bis zur Bezirksliga - das war in der DDR immerhin die 3. Liga - brachte es der rüstige Stürmer. Bis vor zwei Jahren kickte der Bruder des einstigen DDR-Oberliga-Schiedsrichters und Hansa-Präsidenten Robert Pischke (1941 - 1996)* noch in der Ü 50 des RFC. Darum hatte er auch nach wie vor einen Spielerpass und konnte somit am Sonnabend problemlos zum Einsatz kommen - und zwar entsprechend seinem Geburtsjahr mit der Trikotnummer 30!

Mittelfeldmann und Mit-initiator Oliver Schubert erläutert den Hintergrund einer spektakulären Aktion: "Uns ging es darum, drei Generationen Pischkes gemeinsam auf den Platz zu bringen als großes Abschiedsspiel für Heinz." Dass der 35-Jährige seinen deutlich betagteren Teamkameraden beim Vornamen nennt, hat nichts mit mangelndem Respekt zu tun: Auch Oli gehört zur Familie, die in der Schlussphase des Duells mit Motor Neptun II sogar zu fünft auf dem Kunstrasen vertreten war - neben Oliver Schubert sein Bruder Martin (31), sein Cousin Daniel Pischke (31), dessen Vater Michael (wird morgen 53), der wiederum Sohn von Heinz ist…

"In der letzten Szene der Partie waren wir alle fünf im gegnerischen Strafraum, vermochten es aber leider nicht, ein Tor daraus zu machen. Vorher haben Heinz und ich einen gepflegten Doppelpass hingekriegt, das sah schon ganz vernünftig aus. Aber einen Blick fürs Spiel hatte er ja schon immer", lobt Oli seinen Opa. Der meint: "Als ich von der Sache hörte, habe ich gesagt, na gut, mach ich mal mit. Ich wurde in der 85. Minute eingewechselt. Es wäre aber auch ’ne Viertelstunde gegangen." Das darf man dem Rentner getrost abnehmen. Denn der hält sich im Sommer auf Skatern (!) und im Winter auf Schlittschuhen fit. Die Arbeit im Garten in Börgerende tut ein Übriges. Mit dem Fußball hört Heinz Pischke jetzt allerdings auf: "Der offizielle Teil ist vorbei."

* führte den FC Hansa von 1986 bis 1991, in der existenziell wichtigsten Zeit der Vereinsgeschichte


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen