Wittenburg : Der größte Tiefkühlschrank der Region

Der Gang ins Innere des Tiefkühllagers. Hier sollen bald 14000 Paletten bei minus 27 Grad lagern können. Foto: Mayk Pohle
Der Gang ins Innere des Tiefkühllagers. Hier sollen bald 14000 Paletten bei minus 27 Grad lagern können. Foto: Mayk Pohle

Das weithin sichtbare riesige Stahlgittergerüst an der Autobahn A 24 ist nicht nur eine der größten Baustellen der Region. Das künftige neue Tiefkühllager von Dr. Oetker ist auch das Symbol für den Aufschwung in der Region.

svz.de von
03. Juli 2012, 06:06 Uhr

Wittenburg | Das weithin sichtbare riesige Stahlgittergerüst an der Autobahn A 24 ist nicht nur eine der größten Baustellen der Region. Das künftige neue Tiefkühllager von Dr. Oetker ist auch das Symbol für den Aufschwung in der Region. Und für Tempo. Denn nahezu täglich lässt sich an der Baustelle Neues begutachten, geht die Montage voran.

In wenigen Monaten sollen dort, wo jetzt noch Monteure das Riesenlager bauen, Pizzen auf mehr als 14 000 Palettenplätzen bei konstant minus 27 Grad auf ihre Auslieferung warten. Die Ausmaße des Tiefkühlschranks sind gewaltig: 90 Meter lang, 40 Meter hoch und 32 Meter breit wird der Bereich, den Menschen nach der Bauphase wohl nur noch im Notfall betreten werden. Denn das Lager wird vollautomatisch arbeiten. Mit dem neuen Lager verdoppelt Dr. Oetker seine Lagermöglichkeiten am Standort. Es gibt schon zwei Tiefkühllager, die auch weiterhin in Betrieb bleiben. Mit der neuesten Ausbaustufe, zu der auch der Ausbau des Logistikbereiches gehört, wird das Unternehmen mit Stammsitz in Bielefeld an der 200-Millionen-Euro Marke bei den Investitionen kratzen.

Seit 1992 hat sich das Unternehmen in Wittenburg Stück für Stück erweitert. Aktuell ist man bei gut 800 Arbeitsplätzen, und ein Ende der Fahnenstange ist noch nicht in Sicht. Denn das Unternehmen hat durch den Erwerb benachbarter Grundstücke am Südring Platz für seine weitere Entwicklung gewonnen. Bis zum Parkplatz hinter dem ehemaligen Zählerwerk reicht jetzt das Reich der Pizzabäcker. Platz für weitere Produktionslinien, bisher sind es fünf. Doch das ist allenfalls Zukunftsmusik.

Von oben lässt sich der Aufschwung nicht übersehen

Realität ist das neue Tiefkühllager, dessen riesiger Baukörper wohl im September geschlossen werden kann. Wer auf das Dach will, der hat zwei Möglichkeiten: Entweder über das Gerüst klettern oder sich vom Kran in einer speziellen Kabine nach oben ziehen lassen. Auch wenn die 40 Meter Aufstieg schweißtreibend sein können, so zog es der Reporter doch vor, aus eigener Kraft das neue Wahrzeichen Wittenburgs zu erklimmen. Der Blick von oben entschädigt dafür. Er reicht weit bis nach Schleswig-Holstein hinein, Zarrentin mit dem gewaltigen Bettenwelt-Lager ist nicht zu übersehen, auch der Megapark ist mit seinen wuchtigen Logistikkomplexen gut auszumachen.

Viel näher sind ameisengleich die Männer auf dem Dach des Alpincenters oder die Arbeiter, die nebenan gerade die neue Halle von Stern-Maid schließen. Unten werden die neuen Regalstücke für das Palettenlager vormontiert und von schwindelfreien Spezialisten schließlich montiert. Wie ein Riesenpuzzle wächst so das imposante Gitterwerk. Stück für Stück wächst die isolierte Hülle mit, die später die minus 27 Grad im Inneren halten soll. Darüber machen sich die Planer keine Sorgen, das Lager wird schließlich über Schleusen beschickt, so dass sich die Wärmeverluste in Grenzen halten. Die minus 27 Grad sind im übrigen nicht das Kälteste, was in der Fabrik zu haben ist. Das Schockfrosten der Pizzen nach der Produktion passiert nämlich bei minus 35 Grad. Der Grund für den ganzen Aufwand: Der Pizzahunger weltweit, von Wittenburg aus wird zum Beispiel auch Nordamerika beliefert. Bei den Lieferungen geht es zumeist um größere Mengen. Und die muss man ungeachtet hunderttausender Pizzen, die täglich in Wittenburg produziert werden, auch zuverlässig vorrätig haben, im größten Tiefkühler der Region.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen