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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 13:20 Uhr

Roland Kroos : Der Fußball-Trainer-Vater

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 02.Okt.2014 | 20:30 Uhr

Toni Kroos ist der einzige Fußball-Weltmeister aus den neuen Bundesländern. Nach erfolgreichen Jahren beim FC Bayern spielt er inzwischen bei Real Madrid. Sein jüngerer Bruder Felix ist bei Werder Bremen unter Vertrag. Roland Kroos legte den Grundstein für die Karrieren der Kroos-Brüder – als Vater und Jugendtrainer bei Hansa Rostock.

Ein Donnerstagnachmittag auf dem Gelände der Nachwuchsakademie des FC Hansa Rostock. Am Rande des Platzes beobachten einige Eltern, wie ihre Knirpse versuchen, den Ball um die bunten Kegel zu dribbeln. Hier haben auch Toni und Felix Kroos Fußball gespielt. Auch Roland Kroos hat seine Söhne auf den Fußballplatz begleitet – nicht nur am Spielfeldrand. Viele Jahre war er Tonis und Felix’ Trainer. Eine Doppelrolle, die Roland Kroos – so hat es den Anschein – auch außerhalb des Trainingsplatzes spielte.

An die Wand hinter seinem Schreibtisch in der Vereinsgeschäftsstelle hat Hansas A-Jugendtrainer Autogrammkarten seiner Söhne angeheftet und ein Plakat aufgestellt: Toni hält 2013 jubelnd im Bayern-Trikot den Champions-League-Pokal in die Höhe. Noch ergreifender sei der Moment gewesen, als Toni mit der Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister wurde. „Ich bin stolz auf meine Söhne“.


„Beide Jungs waren fußballverrückt“


Toni und Felix wuchsen in Greifswald in einem sportorientierten Elternhaus auf. Roland Kroos hat als Ringer in der Kinder- und Jugendsportschule Luckenwalde die DDR-Sportförderung miterlebt. Nach einer Handverletzung wechselte er zum Fußball und spielte bei der Betriebssportgemeinschaft KKW Greifswald. Mutter Birgit wurde im Badminton mehrmals DDR-Meisterin. Mit vier und fünf Jahren spielten die Kroos-Brüder bereits Badminton. Noch vor der Einschulung entdeckten sie den Fußball für sich.

Vater Roland stieg bei ihrem Verein Greifswalder SC als Jugendtrainer ein. „Fußballerisches Talent erkennt man an den Bewegungen, wie schnell ein Junge dazulernt und ob er schon in jungen Jahren vorausschauend spielt.“ Viel davon hatte Kroos bei seinen Jungs von Anfang an entdeckt. „Wir haben viel zusätzlich gemacht. Beide Jungs waren fußballverrückt.“

Häufig hat er mit Toni und Felix Technik geübt, bevor es mit den Freunden auf den Bolzplatz ging. „Die Jungs haben Spaß gehabt. Man darf Kindern nicht das Gefühl geben, man zwinge sie dazu.“ War er trotzdem streng? „Streng ist das falsche Wort. Aber ab einem gewissen Alter gehören Ordnung und Disziplin dazu.“


„Sie sollten anständige Menschen werden“


2002 fiel Toni Kroos den Scouts von Hansa Rostock auf. Sie wollten den Jungen aufs Internat der Nachwuchsakademie holen. „Bei uns stand jedoch fest, dass wir nur als Familie nach Rostock umziehen.“ Kroos hatte sich als Jugendtrainer in MV einen Namen gemacht. So bekam er einen Vertrag bei Hansa.

Dank der qualifizierten Jugendarbeit bei Hansa, so Roland Kroos, „musste man nicht mehr viel extra machen.“ Er holte seine Söhne dennoch aus dem Sportunterricht der Schule, um mit ihnen Extra-Freistöße zu üben. Er habe jedoch „nie gesagt, sie sollen Profi-Fußballer werden. Sie sollten anständige Menschen werden.“

Toni Kroos stach bald hervor. Der FC Bayern wurde auf ihn aufmerksam. 2006 entschied sich der Fußballer, nach München zu gehen. Felix Kroos spielte drei Jahre später erstmals für Hansa Rostock in der 2. Bundesliga.

Loslassen konnte Roland Kroos anfangs nicht. Als Toni bei Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann nur auf der Ersatzbank saß, sorgte er dafür, dass sein Sohn 2009 zu Bayer Leverkusen ausgeliehen wurde. „Da ist man Vater und macht sich Sorgen, wenn man weiß, der Sohn hat großes Talent und kann sich nur weiterentwickeln, wenn er auf dem Platz ist und spielt.“ Nach seiner Rückkehr zu den Bayern war Toni Kroos vier Jahre Stammspieler. „Das zeigt doch, dass man Recht hatte. Am Ende haben alle profitiert“, so Kroos.

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