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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 12:24 Uhr

Der elfte Bundespräsident heißt Gauck

vom

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erstellt am 18.Mär.2012 | 07:14 Uhr

Berlin | Als erster Ostdeutscher ist der frühere DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck zum neuen Staatsoberhaupt gewählt worden. Die Bundesversammlung in Berlin kürte den 72-Jährigen gestern mit großer Mehrheit zum Nachfolger des zurückgetretenen Christian Wulff. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie haben die Wahlleute abgestimmt?

Gauck erhielt 991 von 1228 gültigen Stimmen, das entspricht einer Zustimmung von gut 80 Prozent. Jedoch verweigerten ihm mindestens 103 Delegierte aus dem eigenen Lager - CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne - ihre Unterstützung. Für Gaucks Gegenkandidatin Beate Klarsfeld votierten 126 Delegierte. Damit erhielt die als Nazi-Jägerin bekanntgewordene 73-Jährige mindestens drei Stimmen von Vertretern anderer Parteien - die sie unterstützende Linkspartei stellte nur 123 Delegierte. I108 Delegierte enthielten sich.

Was sagte Gauck in seiner ersten Rede?

In einer kurzen Rede nach der Annahme seiner Wahl versicherte Gauck: "Ich werde mit all meinen Kräften und meinem Herzen "Ja" sagen zu der Verantwortung, die Sie mir heute gegeben haben." Gleichzeitig räumte er ein, "ganz sicher nicht alle Erwartungen erfüllen zu können", die in den kommenden fünf Jahren an ihn gerichtet würden. Er wolle sich nun auf neue Themen, Probleme und Personen einstellen.

Wir waren die Reaktionen in der Bundesversammlung?

Als Bundestagspräsident Norbert Lammert das Wahlergebnis verkündete, brandete Beifall in der Bundesversammlung auf. Gauck erhob sich unmittelbar von seinem Platz und nahm die Wahl an. "Was für ein schöner Sonntag!", sagte er. Damit ist Gauck bereits offiziell als Staatsoberhaupt im Amt. An diesem Montagvormittag nimmt er die Amtsgeschäfte auf. Die Vereidigung des elften Präsidenten vor Bundestag und Bundesrat ist für Freitag vorgesehen.

Der parteilose Theologe wurde von einer bislang einmaligen Fünf-Parteien-Koalition unterstützt, die in der Bundesversammlung insgesamt 1100 Mandate hatte. Wegen sechs Krankheitsfällen waren es faktisch aber nur 1094 Delegierte. Außerdem hatten die zehn Wahlleute der Freien Wähler Gauck ihre Unterstützung zugesagt.

Wie waren die Reaktionen in Mecklenburg-Vorpommern?

Joachim Gauck hat aus seiner Geburtsstadt Rostock und dem Land Mecklenburg-Vorpommern viel Zuspruch erhalten. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) freute sich, "dass der neue Bundespräsident aus Rostock stammt". Er komme aus dem Osten, genieße aber auch im Westen ein sehr hohes Ansehen. "Ich wünsche mir, dass er dieses Ansehen nutzt, um für mehr Respekt für ostdeutsche Lebensleistungen einzutreten", teilte Sellering mit.

Der Landesvorsitzende der CDU, Lorenz Caffier, bezeichnete Gauck als einen würdigen Bundespräsidenten. "Es war ein wichtiges Zeichen, dass seine heutige Wahl auf einer breiten Mehrheit fußte." Auch Caffier freute sich über die enge Verbundenheit des Staatsoberhauptes mit dem Bundesland.

"Dass ab heute ein Rostocker an der Spitze des geeinten Deutschland steht, erfüllt uns mit Freude und Stolz", sagte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). "Mit seinem gelebten Plädoyer für die Freiheit wird er Maßstäbe für politisches Handeln setzen und viele Menschen ermutigen, sich einzumischen und mitzumachen bei der gemeinsamen Gestaltung unseres Zusammenlebens."


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