Cargobull : Der Elefant bleibt in Toddin

Stimmten dem Standortvertrag zu: Gewerkschaftsmitglieder im Cargobull-Werk
Stimmten dem Standortvertrag zu: Gewerkschaftsmitglieder im Cargobull-Werk

Schließungspläne vorerst vom Tisch. Einigung auf Eckpunktepapier

svz.de von
05. September 2017, 20:55 Uhr

Rettung in letzter Minute: In dem westmecklenburgischen Werk des Fahrzeugbauers Schmitz Cargobull in Toddin nahe Hagenow sollen vorerst weiter Lkw-Auflieger gebaut werden. Nach wochenlangen Protesten einigten sich Unternehmensvorstand und Gewerkschaft jetzt auf eine dreijährige Eckpunktevereinbarung zum Erhalt des Standortes, teilte die IG Metall gestern mit. Bis zum 31. Dezember 2020 soll der Standort in Toddin zu einem Kompetenzstandort innerhalb des Konzerns umgebaut und neu ausgerichtet werden, erklärte IG-Metall-Gewerkschafter Hans-Georg Frericks gestern. „Wir haben nicht nur den Standort gesichert, das Unternehmen hat auch für die Zukunft wichtige Investitionen zugesagt“, sagte Stefan Schad, Geschäftsführer der IG Metall Rostock und Schwerin.

Mit der Einscheidung hat der Vorstand einen früheren Schließungsbeschluss korrigiert. Die Pläne hatten sowohl in der Belegschaft als auch in der Region und der Landespolitik massive Proteste und einen unbefristeten Streik der Belegschaft ausgelöst. Ursprünglich sollte das Werk mit 120 Mitarbeitern 2018 geschlossen und die Produktion trotz voller Auftragsbücher und einer profitablen Fertigung nach Litauen verlegt werden. Das Land hatte angeboten, bei Erhalt des Werkes und Vorlage von Entwicklungs- und Fortführungskonzepten weitere Unterstützungsmöglichkeiten auszuloten. Seit 1990 hatte das Land den Bau des Werkes sowie drei Erweiterungsinvestitionen bereits mit insgesamt 1,3 Millionen Euro gefördert. Bis zur Sitzung des Konzern–Aufsichtsrates im November solle nun das Konzept vorgelegt werden.

Der Beschluss geht zulasten des Toddiner Standortes: So ist nach der Eckpunktevereinbarung u. a. vorgesehen, in anderthalb Jahren einen Fahrzeugtyp aus dem Fertigungsprogramm des Standortes Toddin zu streichen. „Dabei handelt es sich um einen zwangsgelenkten Sattelauflieger, der für Innenstädte gedacht ist. Er soll dann wahrscheinlich in Litauen gebaut werden“, teilte Betriebsratschef Jens Kruszona mit. Die Produktion des Fahrzeuges mache derzeit etwa ein Drittel der Produktion aus. Kruszona: „Es ist aber möglich, dass wir das auffangen, wenn wir uns auf unser neues Kerngeschäft konzentrieren.“

Aufatmen in der Belegschaft: Die Gewerkschaftsmitglieder in dem Unternehmen stimmten gestern der Vereinbarung zu.

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