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Klein, trinkfest, Heiratswillig : Der Durchschnitts-Mecklenburger

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Statistiker finden heraus: Menschen im Nordosten sind kräftig, fleißig, nicht besonders sparsam und 46 Jahre alt

von
erstellt am 10.Jul.2015 | 06:30 Uhr

Mecklenburger und Vorpommern gelten als etwas wortkarg, fleißig, treu und eigensinnig. Sie sind bodenständig und kräftig, haben meisten wenig Geld und feiern trotzdem gern. Aber stimmen die Klischees überhaupt? Statistiker haben viele Antworten dazu herausgefunden. Sie haben Millionen von Daten gesammelt, verglichen, analysiert und gerechnet.

Demnach sind Mecklenburgerinnen und Vorpommerinnen im Durchschnitt 1,65 Meter groß und sind mit 71 Kilogramm nicht spindeldürr. Der Mann misst 1,78 Meter und kann mit 86,2 Kilogramm im Sommer viel Schatten spenden. Beide leben in einem Zweipersonenhaushalt und haben ein erwachsenes Kind. Sie gehen den ganzen Tag arbeiten, haben aber ein im Bundesvergleich niedriges Gehalt. Nachzulesen sind viele dieser Fakten in dem jetzt erschienenen Band „Mecklenburg-Vorpommern im Spiegel der Statistik“, kostenlos verfügbar auf der Webseite des Statistischen Amtes.

Wir fahren am liebsten Golf

Mecklenburger und Vorpommern fahren am liebsten  Volkswagen. Laut Statistik des Kraftfahrtbundesamtes sind im Land 821255 Pkw zugelassen – davon kommen  166780 von VW. Opel hält mit 81875 Autos den zweiten Platz, gefolgt von Ford mit 65704 Autos und Audi mit 42442 Autos. Schaut man noch etwas genauer hin und vergleicht nicht nur  Automarken, sondern auch Typen und Schlüsselnummern ist der Golf IV in der Benziner-Version mit 75 PS derzeit mit 6738 Fahrzeugen das am häufigsten zugelassene Auto in  Mecklenburg-Vorpommern. Einen Hang zum Luxus kann man den Nordlichtern allerdings nicht nachsagen. Lediglich 20 Ferraris sind im ganzen  Land zugelassen – dafür aber noch 2951 Trabis. Bei den Motorrädern liegt die alte MZ mit 6316 zugelassenen Exemplaren auf dem dritten Platz hinter Yamaha (8154) und Suzuki (9463).

Wir gehören zu den Fleißigsten

Mecklenburger und Vorpommern gehören zu den  fleißigsten Arbeitnehmern in Deutschland. So arbeitet jeder Erwerbstätige im Nordosten durchschnittlich 1478 Stunden im Jahr (Erhebung 2013). Nur die Thüringer mit 1493 Stunden und die Brandenburger mit 1481 Stunden schuften mehr. Zum Vergleich: In Gesamtdeutschland wurden im Durchschnitt 1388 Arbeitsstunden abgeleistet und damit genauso viele wie in Bayern. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen bildet mit gerade einmal 1345 Stunden das Schlusslicht. Der Grund: Im Westen Deutschlands ist der Arbeitsmarkt stärker von industriellen Branchen mit tarifgebundenen Arbeitszeitmodellen geprägt, während beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern  Dienstleistungsberufe eine größere Rolle spielen, bei denen es seltener entsprechende Vereinbarungen gibt.

Wir sind zu klein für unser Gewicht

Nirgendwo in Deutschland sind die Menschen so schwer. Die Frau im Nordosten bringt im  Durchschnitt 71 Kilogramm auf die Waage bei einer Durchschnittsgröße von 1,65 Metern. Bundesdurchschnitt: 68,4 Kilogramm und 1,65 Meter. Er wiegt statistisch 86,2 Kilogramm und ist 1,78 Meter groß. Bundesdurchschnitt hier: 84,3 Kilogramm und 1,78 Meter. Die Daten haben Statistiker aus Mikrozensus-Erhebungen im vergangenen Jahr errechnet. 60 Prozent der Erwachsenen sind demnach zu schwer. Oder anders ausgedrückt: Sie sind zu klein für ihr Gewicht. Dabei nimmt die Zahl der Dicken von Jahr zu Jahr stetig zu: 2003 waren noch 56 Prozent der Erwachsenen betroffen, 2005 bereits 57,4 Prozent und 2009 57,6 Prozent. Die wenigsten Übergewichtigen hat die Hansestadt Hamburg mit einem Anteil von 42,4 Prozent.

Wir trinken viel Schnaps

Ob Korn, Köm oder Küstennebel – in Mecklenburg-Vorpommern wird deutschlandweit pro Kopf am meisten Schnaps getrunken, bei Wein und Sekt ist das Land im Bundesvergleich dagegen eher Mittelmaß. Nach Veröffentlichungen des  Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie konsumiert der Nordosten im Jahr und pro Kopf 10,4 Liter Spirituosen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 5,6 Litern. An den hohen Schnapszahlen dürften vermutlich auch die 7,4 Millionen Urlauber (2014) ihren Anteil haben.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) weisen jeder dritte Mann (33,1 Prozent) und beinahe jede fünfte Frau (18,1 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern einen riskanten Alkoholkonsum auf. In Nordrhein-Westfalen, aber auch in Sachsen und Thüringen werde laut RKI noch riskanter getrunken.

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