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Symbol der Einheit : Der deutsch-deutsche Brückenschlag

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Heute vor 20 Jahren wurde zwischen Dömitz und Dannenberg die Brücke eingeweiht – es war der erste deutsch-deutsche Brückenschlag über die Elbe. Nach der Wende wurde der Bau zum größten Verkehrsprojekt erklärt.

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erstellt am 17.Dez.2012 | 07:55 Uhr

Dömitz/Dannenberg | Das Zerstörungswerk war in wenigen Minuten getan: Am 20. April 1945 legten amerikanische Bomber bei Dömitz die Straßen- und die Eisenbahnbrücke über die Elbe in Schutt und Asche. Der Wehrmacht sollte der Rückzug abgeschnitten werden. Fast 50 Jahre sollten die Menschen beiderseits des deutschen Schicksalsflusses mit den Trümmern leben. Die deutsch-deutsche Grenze verlief durch die Elbe, an einen Wiederaufbau war nicht zu denken. Wozu auch.

Doch dann ging alles schnell. Bald nach der Wende begannen im Frühjahr 1990 Planungen für eine neue Brücke. Das Vorhaben wurde kurzerhand zum größten deutschen Verkehrsprojekt erklärt. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit eröffnete der damalige Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) am 18. Dezember 1992 mit bewegenden Worten den ersten deutsch-deutschen Brückenschlag, der umgerechnet rund 30 Millionen Euro kostete.

Hat der Bau die Erwartungen erfüllt? "Durch die Brücke sind wir wieder mitten in Deutschland, wo wir vorher am Rand waren", sagt heute die Dömitzer Bürgermeisterin Renate Vollbrecht. Täglich rollen mehr als 6000 Fahrzeuge über die Brücke, auf der die Bundesstraße 191 verläuft. "Es gibt stärker frequentierte Bundesstraßen", sagt Wolfgang Bunten von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg. Dannenbergs Bürgermeisterin Elke Mundhenk spricht aber auch so schon von einer hohen Verkehrsbelastung für die Anwohner.

Doch wolle niemand den Vorteil missen, dass die kurze Verbindung von nur zwölf Kilometern zwischen ihrer Stadt und Dömitz, die Freundschaften sowie den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch deutlich erleichtere. Hunderte pendeln täglich über die Brücke zur Arbeit, vor allem von Ost nach West. Zuvor mussten die Menschen mehr als 100 Kilometer fahren, um in die jeweils andere Stadt zu gelangen - die nächsten Elbbrücken stehen jeweils 60 Kilometer entfernt in Boizenburg und Wittenberge.

Heute wollen Kommunal- und Landespolitiker aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bei einer Festsitzung in Dömitz an das Jubiläum erinnern, für die Bürger gibt es ein Fest an der Festung mit Feuerwerk. "Die Brücke ist existenziell wichtig für die Leute hier", stellt die Dömitzerin Marina Möller nüchtern fest.

"Ich kenne ganz viele, die seit dem ersten Tag täglich und ganz bewusst über die Brücke fahren." Sie selber holperte mit ihrem Auto schon vor der Eröffnung, im November 1992, über den noch unfertigen Straßenbelag. Ein heftiger Sturm war aufgezogen, die Fähre über den Fluss hatte ihren Betrieb eingestellt. Möller hatte ausgeliehene Ausstellungsstücke für das Dömitzer Museum im Kofferraum und Angst, dass bei der stundenlangen Rückfahrt über Wittenberge oder Boizenburg ein Baum auf das Auto stürzen könnte.

Neben der Dömitzer Straßenbrücke erinnert die zerbombte Eisenbahnbrücke noch immer an den Krieg, der inzwischen fast 70 Jahre her ist. Einen Wiederaufbau dieser Brücke hält in der Region niemand für möglich. Die Nervenbahnen der Eisenbahn verlaufen heute woanders. Immerhin ersteigerte ein Niederländer das kaputte Bauwerk. Man kann ein Stück darauf spazieren.

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