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Bronzefigur für Wittenburg : Der dem ewigen Glücke hinterher jagt

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Bernd Streiter lebt und arbeitet als freier Künstler in Mödlich in der Prignitz. Künstlerische Schwerpunkte seines bisherigen Schaffens sind Grafiken sowie Bronzen und Plastiken. Den Hagenowern ist er bereits bekannt.

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erstellt am 06.Feb.2012 | 12:03 Uhr

Wittenburg | Bernd Streiter lebt und arbeitet als freier Künstler in Mödlich in der Prignitz. Künstlerische Schwerpunkte seines bisherigen Schaffens sind Grafiken sowie Bronzen und Plastiken. Den Hagenowern dürfte er bereits als derjenige bekannt sein, der den Fiek`n-Brunnen schuf. Nun sollen auch die Wittenburger bis zum Frühjahr in den Genuss seiner detailgetreuen Kreativität kommen.

"Schwein gehabt, dachte ich, als mich die Wittenburger fragten, ob ich eine Idee für eine Bronze hätte, mit der sie in ihrer Innenstadt einen neuen Akzent setzen wollen. Das Thema könnte die Ackerbürgerei sein, meinte man, was mir insgeheim sofort gefiel", erinnert sich der Kunstschaffende. Schon als Kind habe er sich einen feinen Herrn im Ulster vorgestellt, der eine Ziege hinter sich her zöge oder eine Gans im Arm trüge. Und denke er, Streiter, an einen Stadtbauern mit Nutztier, so sähe er gleich den Hans im Glück, der sich nach und nach von der Bürde des Reichtums löse. "Reziprok zum Hans sind die meisten, wir alle nämlich, die dem Glück hinterher jagen. So auch unsere Figur des Wittenburger Glücksfängers. Er rennt hinter einem Jungschwein her und versucht es zu fassen. In seinem blinden Eifer verliert er, was er schon errungen hatte. Das Glück ist eben meist schneller als wir, und es kommt einem vor, als besuche es nur den Nachbarn und meide die eigene Schwelle."

Aus diesen Überlegungen heraus will Streiter bis Mai dieses Jahres eine männliche Figur gestalten, die auf dem Markt am Durchgang zum Ziegenmarkt versucht, ein Ferkel zu fangen. Dabei bückt er sich im Laufen und bringt Dynamik in die Szene. Die Rockschöße fliegen, eine Hand berührt fast das Borstenvieh und beinahe hat er es. Aber eben nur beinahe. Unbemerkt im Eifer der Hatz, springen dem Glücksfänger die Taler aus der Tasche, verteilen sich auf dem Marktplatz. Hier sollen sie auch fixiert werden. Auf ewig.

"Man kann sie zwar sehen, jedoch nicht aufheben", sagt der Mödlicher Künstler und schlägt des Weiteren vor, dass Stadt und Sparkasse eine gemeinsame Münze prägen lassen, den Wittenburger Glückstaler, um ihn als Souvenier, als Geschenk oder für Ehrungen vorrätig zu haben. Derzeit arbeitet Streiter bereits in der Gießerei an einem Wachspositiv des Wittenburger Glücksfängers im Maßstab 1: 1. "So kann man die Details noch viel genauer gestalten, denn die Figur wird ihren Reiz von der scheinbaren Lebendigkeit bekommen", erklärt der Mödlicher, der es toll fände, wenn seine Bronzefigur von den Menschen als Glücksbringer akzeptiert werde. "Anfassen ist erlaubt und sogar erwünscht. Die Menschen werden schon nach kürzester Zeit blankpolierte Stellen produzieren, um den Glücksfänger zu vereinnahmen und in ihr Leben zu integrieren. Das ist spannend und schön zugleich."

Apropo Sparkasse: 1822 wurde in Wittenburg eine "Ersparungs-Anstalt bei der Stadt-Kämmerey" eröffnet. An der alten Handelsstraße nach Lübeck gelegen, entwickelte sich die Stadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem lebhaften Handels- und Gewerbezentrum. Mit dieser ersten Initiative zu einer an die Stadtkasse angegliederten Sparkasse legte Wittenburg den Grundstein der Sparkassenentwicklung in den ländliche Regionen. Weitere Gründungen sollten folgen. Die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin feierte im Jahr 2011 ihr 190-jähriges Jubiläum. Mit der Gründung der "Ersparnisanstalt" in Schwerin im Jahr 1821 begann die Erfolgsgeschichte der Sparkasse, die sage und schreibe 46 000 Euro für den Glücksfänger sponsert. Auch heute noch sei die Sparkasse in der Region der unangefochtene Marktführer und dabei weiter den gleichen Idealen verpflichtet, die ihr schon im 19. Jahrhundert mit auf den Weg gegeben worden seien: Fairer und zuverlässiger Partner ihrer Kunden zu sein und gleichzeitig die Entwicklung der Region voranzubringen und zu fördern, so beschreibt es Dietrich Baxmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin: "Aus Anlass dieses Jubiläums haben wir den beiden ersten Standorten der Sparkasse im Landkreis und in der Landeshauptstadt jeweils ein Kunstwerk zum Geschenk gemacht. Wir freuen uns, dass der Glücksfänger ab dem Mai 2012 die Stadt Wittenburg ziert und hoffen, dass die Menschen in der Stadt und ihre Besucher an diesem Werk dauerhaft Freude haben."


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